Das DRESS-Syndrom: seltene und potenziell tödliche Überempfindlichkeitsreaktion auf Carbamazepin : ein Fallbericht
Ein 64-jähriger Patient wurde wegen chronischer Rückenschmerzen über Jahre hinweg medikamentös mit einem schwachen Opioid, einem Cyclooxygenase(COX)-2-Inhibitor und einem nichtsauren Analgetikum behandelt. Bei neu hinzugetretenen Fußschmerzen, welche als neuropathisch eingeschätzt wurden, veror...
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| Main Authors: | , , |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | German English |
| Published: |
14. Juni 2013
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| In: |
Der Schmerz
Year: 2013, Volume: 27, Issue: 4, Pages: 395-400 |
| ISSN: | 1432-2129 |
| DOI: | 10.1007/s00482-013-1328-8 |
| Online Access: | Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00482-013-1328-8 |
| Author Notes: | A. Werber, M. Schiltenwolf, A. Barié |
| Summary: | Ein 64-jähriger Patient wurde wegen chronischer Rückenschmerzen über Jahre hinweg medikamentös mit einem schwachen Opioid, einem Cyclooxygenase(COX)-2-Inhibitor und einem nichtsauren Analgetikum behandelt. Bei neu hinzugetretenen Fußschmerzen, welche als neuropathisch eingeschätzt wurden, verordnete man zusätzlich das Antikonvulsivum Carbamazepin. Nach 5-wöchiger Einnahme entwickelte der Patient ein makulopapulöses Exanthem und starkes Fieber. Laborchemisch zeigten sich eine Leukozytose mit Eosinophilie sowie Befunde einer Leberentzündung. In Zusammenschau der klinischen Befunde wurde die Diagnose eines DRESS-Syndroms („drug rash with eosinophilia and systemic symptoms“) als Zeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion auf Carbamazepin gestellt und immunsupressiv therapiert. Im weiteren Therapieverlauf entwickelte der Patient ein septisches Krankheitsbild. In einer psychosomatischen Schmerzbewertung konnten eine Angststörung und eine depressive Episode diagnostisch erfasst werden. Das Schmerzbild erschien in einer neuen Perspektive und die im Vorfeld diagnostizierte Neuropathie der Fußschmerzen konnte nicht bestätigt werden. Im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie wurden ein vollständiger Entzug der Schmerzmittel, eine deutlich reduzierte Schmerzsymptomatik und eine gesteigerte Leistungsfähigkeit erreicht. Dieser Fall verdeutlicht, dass eine rein medikamentöse Schmerztherapie ohne Beachtung einer psychischen Komorbidität zu schwerwiegenden und vermeidbaren Nebenwirkungen führen kann. |
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| Item Description: | Gesehen am 04.11.2021 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 1432-2129 |
| DOI: | 10.1007/s00482-013-1328-8 |