Zur Reaktivität von Kausaldiagramm-Analysen beim komplexen Problemlösen

Zusammenfassung. Die Produktion von Kausaldiagrammen gilt als eine Methode zur Wissensdiagnostik beim Bearbeiten komplexer Probleme. Ein Experiment sollte untersuchen, inwieweit Kausaldiagramm-Analysen den Umgang mit dynamischen Systemen beeinflussen. Es wurde vermutet, dass prozessbegleitende Kausa...

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Main Authors: Blech, Christine (Author) , Funke, Joachim (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2006
In: Zeitschrift für Psychologie
Year: 2006, Volume: 214, Issue: 4, Pages: 185-195
ISSN:2151-2604
DOI:10.1026/0044-3409.214.4.185
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1026/0044-3409.214.4.185
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1026/0044-3409.214.4.185
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Author Notes:Christine Blech und Joachim Funke
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Summary:Zusammenfassung. Die Produktion von Kausaldiagrammen gilt als eine Methode zur Wissensdiagnostik beim Bearbeiten komplexer Probleme. Ein Experiment sollte untersuchen, inwieweit Kausaldiagramm-Analysen den Umgang mit dynamischen Systemen beeinflussen. Es wurde vermutet, dass prozessbegleitende Kausaldiagramm-Analysen einen hypothesentestenden Problemlösestil sensu Klahr und Dunbar (1988) unterstützen und intensivieren. Als beobachtbare Konsequenz wurden ein erhöhter Erwerb von Strukturwissen und gesteigerte Leistungen im Steuern des Systems erwartet. 64 studentische Versuchspersonen bearbeiteten das Szenario “Ökosystem“ über fünf Durchgänge. Personen, die nach jedem Durchgang ein Kausaldiagramm anfertigten, zeigten sich im abschließend erworbenen Strukturwissen Vergleichspersonen überlegen, die einen oberflächlichen Rekognitionstest, eine nicht szenariobezogene Aufgabe oder gar keine zusätzliche Aufgabe absolviert hatten. Dies spricht für einen Reaktivitätseffekt. Allerdings benötigten kausal-instruierte Personen weder mehr Zeit noch explorierten sie das System geschickter. Auch im Steuern des Systems profitierten sie nicht von ihrem Wissensvorteil, sondern erbrachten Leistungen auf dem Niveau der Kontrollprobanden. Die abschließende Diskussion sieht in der Reaktivität des Instruments einen diagnostischen Gewinn.
Item Description:Online veröffentlicht: March 05, 2015
Gesehen am 04.05.2022
Physical Description:Online Resource
ISSN:2151-2604
DOI:10.1026/0044-3409.214.4.185