Dabigatran in der Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern nach TIA oder ischämischem Insult: praktische Aspekte der Anwendung

<p>Dabigatran ist der erste direkte Thrombinantagonist, der zur Primär- und Sekundär-prophylaxe des ischämischen Schlaganfalls bei Patienten mit Vorhofflimmern zugelassen worden ist. In der Dosis von 2×110 mg ist Dabigatran genauso wirksam in der Verhinderung von Schlaganfällen und systemi...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Diener, Hans-Christoph (VerfasserIn) , Grond, M. (VerfasserIn) , Röther, J. (VerfasserIn) , Veltkamp, Roland (VerfasserIn) , Weber, R. (VerfasserIn) , Weimar, C. (VerfasserIn) , Hohnloser, S. H. (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2011
In: Aktuelle Neurologie
Year: 2011, Jahrgang: 38, Heft: 05, Pages: 261-266
ISSN:1438-9428
DOI:10.1055/s-0031-1283146
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/s-0031-1283146
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0031-1283146
Volltext
Verfasserangaben:H.C. Diener, M. Grond, J. Röther, R. Veltkamp, R. Weber, C. Weimar, S.H. Hohnloser
Beschreibung
Zusammenfassung:<p>Dabigatran ist der erste direkte Thrombinantagonist, der zur Primär- und Sekundär-prophylaxe des ischämischen Schlaganfalls bei Patienten mit Vorhofflimmern zugelassen worden ist. In der Dosis von 2×110 mg ist Dabigatran genauso wirksam in der Verhinderung von Schlaganfällen und systemischen Embolien wie Warfarin (INR-Ziel 2.0-3.0), führt aber zu weniger schwerwiegenden Blutungen. In der höheren Dosis von 2×150 mg ist Dabigatran signifikant wirksamer als Warfarin bei einer gleichen Blutungsrate. Beide Dosierungen führen zu einer ca. 70%igen Reduktion zerebraler Blutungen. Die niedrigere Dabigatrandosis sollte bei Patienten >80 Jahre oder einem vorhersehbar erhöhten Blutungsrisiko eingesetzt werden. Die Prophylaxe mit Dabigatran kann nach einer TIA am selben Tag, nach leichtem bis mittelschwerem Schlaganfall innerhalb von 3-5 Tagen und nach schwerem Schlaganfall nach 10-14 Tagen begonnen werden. Die antikoagulatorische Wirkung ist bereits nach wenigen Stunden erreicht. Bei einer schweren Niereninsuffizienz (GFR <30 mL/min) ist Dabigatran kontraindiziert. Eine Einnahme von Dabigatran in den letzten 48 h ist eine Kontraindikation für eine systemische Thrombolyse mit rt-PA. Eine Verlängerung der aPTT kann ein Hinweis für eine Dabigatraneinnahme sein. Die Notfallbehandlung von intracraniellen Blutungen unter Dabigatran sollte mit Prothrombin-Komplexkonzentraten, Fresh Frozen Plasma oder rekombinantem Faktor VIIa erfolgen. Die Kombination von Dabigatran mit Thrombozytenfunktionshemmern erhöht das Blutungsrisiko und wird bei Patienten mit stabiler KHK nicht empfohlen. Die häufigste Nebenwirkung von Dabigatran sind gastrointestinale Beschwerden.</p>
Beschreibung:Englischer Titel: Dabigatran for stroke prevention in patients with TIA or ischaemic stroke and atrial fibrillation
Gesehen am 30.05.2022
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1438-9428
DOI:10.1055/s-0031-1283146