Die blutende Strahlenblase: mögliche Therapieoptionen!

Die strahleninduzierte hämorrhagische Zystitis ist Langzeitfolge einer Strahlenbehandlung des Beckens mit einer Inzidenzrate von ungefähr 5-10%. Die Schwere der strahleninduzierten Hämaturie reicht von leichter Hämaturie über stärkere Blutungen mit Koagelbildung und Blasenentleerungsstörung b...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Nuhn, Philipp (VerfasserIn) , Thüroff, Joachim W. (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 30. Mai 2022
In: Die Urologie
Year: 2022, Jahrgang: 61, Heft: 6, Pages: 614-621
ISSN:2731-7072
DOI:10.1007/s00120-022-01844-1
Online-Zugang:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00120-022-01844-1
Volltext
Verfasserangaben:P. Nuhn, J. Thüroff
Beschreibung
Zusammenfassung:Die strahleninduzierte hämorrhagische Zystitis ist Langzeitfolge einer Strahlenbehandlung des Beckens mit einer Inzidenzrate von ungefähr 5-10%. Die Schwere der strahleninduzierten Hämaturie reicht von leichter Hämaturie über stärkere Blutungen mit Koagelbildung und Blasenentleerungsstörung bis hin zu nicht stillbaren kreislaufrelevanten Blutungen, die in seltenen Fällen auch mit Bluttransfusionen nicht mehr ausgeglichen werden können. Nach Ausschluss einer Harnwegsinfektion oder eines Tumorgeschehens richtet sich die Therapie der blutenden Strahlenblase nach der vorliegenden Symptomatik. Bei milder Hämaturie oder nach Abklingen der Blutung reicht eine ausreichend hohe Trinkmenge zur Vermeidung einer Koagelbildung aus. In der Notfallsituation ist üblicherweise die Evakuation von Koageln und passagere kontinuierliche Blasenirrigation mit isotoner Kochsalzlösung erforderlich, bei anhaltender Blutung auch die transurethrale Fulguration. Leider kommt es häufig zu persistierenden oder intermittierenden Hämaturien. In solchen Fällen können Blaseninstillation mit adstringierenden Substanzen oder die hyperbare Sauerstofftherapie eine Linderung der Symptomatik verschaffen. In Akutsituationen kann eine interventionelle Blasenarterienembolisation oder chirurgische Ligatur erforderlich werden. In seltenen therapierefraktären Situationen muss eine Harnableitung mit oder ohne Zystektomie erfolgen.
Beschreibung:Gesehen am 02.03.2023
Beschreibung:Online Resource
ISSN:2731-7072
DOI:10.1007/s00120-022-01844-1