Akute Atemwegsinfekte und Antibiotika-Verordnungen: welche Erwartungen haben Patient*innen? = Acute respiratory tract infections and antibiotic prescriptions : what are patients’ expectations?

Einleitung: Der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin ist für den globalen Anstieg der Antibiotika-Resistenzen mitverantwortlich. Aufklärungskampagnen, Kommunikationstrainings und Verordnungsfeedback führten zu einer deutlichen Reduktion der Antibiotika-Verordnungen. Basierend auf Daten der...

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Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Wollny, Anja (VerfasserIn) , Altiner, Attila (VerfasserIn) , Garbe, Katharina (VerfasserIn) , Klingenberg, Anja (VerfasserIn) , Kaufmann-Kolle, Petra (VerfasserIn) , Köppen, Martina (VerfasserIn) , Kamradt, Martina (VerfasserIn) , Poß-Doering, Regina (VerfasserIn) , Wensing, Michel (VerfasserIn) , Leyh, Mirko (VerfasserIn) , Voss, Arwed (VerfasserIn) , Feldmeier, Gregor (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 16.08.2022
In: Deutsche medizinische Wochenschrift
Year: 2022, Jahrgang: 147, Heft: 18, Pages: e82-e90
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/a-1871-7626
Online-Zugang:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-1871-7626
Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-1871-7626
Volltext
Verfasserangaben:Autoren: Anja Wollny, Attila Altiner, Katharina Garbe, Anja Klingenberg, Petra Kaufmann-Kolle, Martina Köppen, Martina Kamradt, Regina Poß-Doering, Michel Wensing, Mirko Leyh, Arwed Voss, Gregor Feldmeier
Beschreibung
Zusammenfassung:Einleitung: Der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin ist für den globalen Anstieg der Antibiotika-Resistenzen mitverantwortlich. Aufklärungskampagnen, Kommunikationstrainings und Verordnungsfeedback führten zu einer deutlichen Reduktion der Antibiotika-Verordnungen. Basierend auf Daten der Cluster-randomisierten Studie CHANGE-3 steht in der vorliegenden Analyse die Frage nach der patientenseitigen Erwartungshaltung für ein Antibiotikum bei akuten Atemwegsinfektionen im Mittelpunkt. Methoden: An der Untersuchung beteiligten sich 106 von 114 Hausarztpraxen in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. 4736 Patient*innen, die von Oktober 2018 bis Mai 2019 mit akuten Atemwegsinfekten in die Praxen kamen, füllten nach der Arztkonsultation einen Fragebogen aus. Die Analyse erfolgte deskriptiv. Ergebnisse: 16,7 % der Patient*innen mit akuten Atemwegsinfekten gaben an, Antibiotika von ihren Hausärzt*innen erhalten zu haben. 13,3 % der Patient*innen hatten ein Antibiotikum erhofft und 5,5 % gaben an, die/den Hausärzt*in darum gebeten zu haben. Der geringste Anteil an Antibiotika-Verordnungen entfiel auf Patient*innen, die die Diagnose eines grippalen Infekts vom/von der Ärzt*in kommuniziert bekamen. Mit spezifischen Diagnosen in Abgrenzung zum unkomplizierten Atemwegsinfekt wurde ein Anstieg sowohl der Anzahl der erhofften als auch der verordneten Antibiotika beobachtet. Diskussion: Patient*innen erhalten nach wie vor häufiger Antibiotika, als es von ihnen erhofft wird. Auf Seiten der Hausärzt*innen könnten die Verordnungen nach wie vor aufgrund eines gefühlten Drucks durch die Patient*innen stattfinden, die sich jedoch so nicht in der Erwartungshaltung der Patient*innen widerspiegelt. Neben einer offenen Exploration der Erwartungshaltung der Patient*innen könnten die Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz, eine achtsame Arzt-Patienten-Kommunikation und angebotene Wiedervorstellungsmöglichkeiten bei spezifischen Diagnosen den gefühlten Druck auf Seiten der Ärzt*innen weiter reduzieren.
Beschreibung:Gesehen am 06.06.2023
Beschreibung:Online Resource
ISSN:1439-4413
DOI:10.1055/a-1871-7626