Eine Hochschule für Alle?: Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention am Beispiel einer Good-Practice-Hochschule in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung (digitaler) Barrierefreiheit in der Hochschullehre

Mit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention sowie Empfehlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) „Eine Hochschule für Alle“ im Jahre 2009 wurden deutsche Hochschulen aufgefordert, Studierende mit studienerschwerenden Beeinträchtigungen gleichberechtigt und diskriminierungsfrei an Hochsch...

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Main Author: Engels, Victoria (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2023-12-20
In: Heidelberg inspirations for innovative teaching
Year: 2023, Volume: 4, Issue: 1, Pages: 187-210
ISSN:2702-7694
DOI:10.11588/hint.2023.1.101935
Online Access:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.11588/hint.2023.1.101935
Verlag, kostenfrei, Volltext: https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/hint/article/view/101935
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Author Notes:Victoria Engels
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Summary:Mit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention sowie Empfehlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) „Eine Hochschule für Alle“ im Jahre 2009 wurden deutsche Hochschulen aufgefordert, Studierende mit studienerschwerenden Beeinträchtigungen gleichberechtigt und diskriminierungsfrei an Hochschulbildung teilhaben zu lassen. Der rechtliche Rahmen verpflichtet Hochschulen, Barrierefreiheit durch angemessene Vorkehrungen und geeignete Maßnahmen her- und sicherzustellen. Als die Corona-Pandemie 2020 die Verlagerung der Lehre in die digitale Hochschule bedingte, wurde die Notwendigkeit von (digitaler) Barrierefreiheit ersichtlich. Nach der 21. Sozialerhebung studieren 11% der Studierenden mit studienerschwerenden Beeinträchtigungen. Der vorliegende Beitrag untersucht Gelingens- und Hemmfaktoren für die Umsetzung von (digitaler) Barrierefreiheit in der Hochschullehre aus Perspektive verschiedener Akteur*innen. Dafür wurde die organisationale Ebene einer deutschen Good-Practice-Hochschule betrachtet. Die Ergebnisse der inhaltsanalytischen Auswertung von sieben leitfadengestützten Interviews werden in das modifizierte Konzept der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth Cohn eingeordnet. Als besonders hemmend zeigt sich auf Ebene der Umweltfaktoren neben mangelndem Problembewusstsein und Berührungsängsten auch die nichtexistierende Professionalisierung in Vorbereitung auf die Hochschullehrtätigkeit. Eine strukturelle Verankerung von (digitaler) Barrierefreiheit scheint sich besonders förderlich auf die Umsetzung in der Hochschullehre auszuwirken. Sensibilisierungsmaßnahmen tragen zusätzlich dazu bei, ein Problembewusstsein zu entwickeln. Diese Punkte kongruieren mit der Empfehlung der HRK von 2009 und bedürfen lediglich einer Rekontextualisierung.
Physical Description:Online Resource
ISSN:2702-7694
DOI:10.11588/hint.2023.1.101935