Von den sprachlichen Grenzen des Demos: Sprache, Identität und die Probleme multikultureller Staatsbürgerschaft

Identitätspolitik ist zu einem zentralen Thema politischer Philosophie und sozialwissenschaftlicher Forschung geworden. Entgegen den Erwartungen soziologischer Modernisierungstheorien sind seit den 1970er Jahren im Zuge zunehmender Globalisierung soziale und politische Konflikte entstanden, die aus...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Koenig, Matthias (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Kapitel/Artikel
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2001
In: Multikulturelle Demokratien im Vergleich
Year: 2001, Pages: 114-132
DOI:10.1007/978-3-322-85129-1_6
Online-Zugang:Resolving-System, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/978-3-322-85129-1_6
Volltext
Verfasserangaben:Matthias König
Beschreibung
Zusammenfassung:Identitätspolitik ist zu einem zentralen Thema politischer Philosophie und sozialwissenschaftlicher Forschung geworden. Entgegen den Erwartungen soziologischer Modernisierungstheorien sind seit den 1970er Jahren im Zuge zunehmender Globalisierung soziale und politische Konflikte entstanden, die aus der Konstruktion oder Rekonstruktion ethnischer, religiöser und sprachlicher Identitäten resultieren, oder doch zumindest in diesen Kategorien repräsentiert werden. Ein Aspekt dieser Entwicklung ist die erneute Mobilisierung von bereits überholt geglaubten Nationalismen, ein anderer die zunehmend als legitim wahrgenommenen Forderungen nach der öffentlichen Anerkennung kultureller Differenz. Gerade dieser zweite Aspekt gegenwärtiger Identitätspolitik stellt für das institutionelle Arrangement von Staat und Individuum in liberalen Demokratien, also v.a. für ihre Institution der Staatsbürgerschaft (citizenhip, citoyenneté), eine Herausforderung dar, sofern die inneren Widersprüche der ihr zugrundeliegenden Ideen politischer Ordnung nunmehr offen zutage treten. Insbesondere die liberale und die republikanische Tradition politischer Philosophie, die Idee universalistischer Rechte des Individuums einerseits und die Idee demokratischer Selbstbestimmung eines partikularen demos andererseits, die im institutionellen Rahmen des klassischen Nationalstaats noch miteinander vermittelbar erschienen, treten angesichts der (Re)Konstruktion kollektiver Identitäten in Spannung zueinander. Am Beispiel der Sprache lässt sich dies besonders plastisch veranschaulichen. Die im Zuge aktueller Identitätspolitik erhobenen Forderungen nach der Anerkennung von Minderheitensprachen, die sich auf die Idee eines individuellen Rechts auf kulturelle Identität stützen können, stellen die Definition des demos insofern vor eine Schwierigkeit, als dessen symbolische Konstitution meist im Rahmen einer vereinheitlichten Sprache gedacht wurde.
Beschreibung:Gesehen am 08.03.2024
Beschreibung:Online Resource
ISBN:9783322851291
DOI:10.1007/978-3-322-85129-1_6