Falsch- und Desinformation in sozialen Medien: Ansätze zur Minimierung von Risiken in digitaler Kommunikation über Gesundheit

Insbesondere im Kontext der COVID-19-Pandemie sind Falsch- und Desinformationen in sozialen Medien zu einer Herausforderung für effektive Public-health-Maßnahmen geworden. Hier betrachten wir Einflussfaktoren auf das Glauben und Teilen von Falschinformationen auf individueller, sozialer und situati...

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Main Authors: Schüz, Benjamin Ernst Christoph (Author) , Jones, Christopher (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 08 February 2024
In: Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz
Year: 2024, Volume: 67, Issue: 3, Pages: 300-307
ISSN:1437-1588
DOI:10.1007/s00103-024-03836-2
Online Access:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00103-024-03836-2
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Author Notes:Benjamin Schüz, Christopher Jones
Description
Summary:Insbesondere im Kontext der COVID-19-Pandemie sind Falsch- und Desinformationen in sozialen Medien zu einer Herausforderung für effektive Public-health-Maßnahmen geworden. Hier betrachten wir Einflussfaktoren auf das Glauben und Teilen von Falschinformationen auf individueller, sozialer und situativ-kontextueller Ebene und diskutieren Interventionsmöglichkeiten. Auf individueller Ebene spielen Wissensdefizite, mangelnde Kompetenzen und emotionale Motivation eine Rolle. Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz und bestimmten Überzeugungen sind anfälliger für Falschinformationen. Auf sozialer Ebene beeinflussen die Glaubwürdigkeit von Informationsquellen und soziale Normen das Teilen von Falschinformationen. Das Bedürfnis nach Status und Gruppenzugehörigkeit spielt ebenfalls eine Rolle. Auf kontextueller Ebene wirken Emotionen und die Wiederholung von Nachrichten auf das Glauben und Teilen von Falschinformationen. Interventionen auf individueller Ebene beinhalten Maßnahmen zur Verbesserung von Wissen und Kompetenzen. Auf sozialer Ebene können soziale Prozesse und soziale Normen angesprochen werden, um das Teilen von Falschinformationen zu reduzieren. Auf kontextueller Ebene wird die Regulierung von sozialen Netzwerken als wichtiger Ansatzpunkt betrachtet. Es wird darauf hingewiesen, dass soziale Ungleichheiten in der Exposition gegenüber Falschinformationen und im Umgang damit eine wichtige Rolle spielen. Es bleibt unklar, ob die Anfälligkeit für Falschinformationen eine generelle Tendenz oder kontextabhängig ist. Die Entwicklung von Interventionen muss daher vielfältige Einflussfaktoren berücksichtigen.
Item Description:Online publiziert: 8. Februar 2024
Gesehen am 06.06.2024
Physical Description:Online Resource
ISSN:1437-1588
DOI:10.1007/s00103-024-03836-2