Advance Care Planning in der Bundesrepublik Deutschland: Selbstbestimmung bis an das Lebensende? Einstellungen und Erfahrungen im medizinischen und pflegerischen Sektor tätiger Führungskräfte im nördlichen Landkreis Karlsruhe. Eine Querschnittstudie
Um im Notfall bzw. bei entscheidungsunfähigen Patienten gemäß dem Willen des jeweiligen Betroffenen handeln zu können, sind aussagekräftige Patientenverfügungen von grundlegender Bedeutung. Gegenüber der konventionellen Patientenverfügung stellt Advance Care Planning einen neuen überarbeitet...
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| Autor principal: | |
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| Formato: | Book/Monograph Tesis |
| Lenguaje: | alemán |
| Publicado: |
Heidelberg
22 Jul. 2024
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| DOI: | 10.11588/heidok.00034533 |
| Materias: | |
| Acceso en línea: | Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-345337 Resolving-System, kostenfrei: https://doi.org/10.11588/heidok.00034533 Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/34533 Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-345337 Langzeitarchivierung Nationalbibliothek, kostenfrei: https://d-nb.info/1336522178/34 |
| Notas de Autor: | vorgelegt von Marcel Dietz ; Doktorvater: Herr apl. Prof. Dr. med. Tom M. Ganten |
| Sumario: | Um im Notfall bzw. bei entscheidungsunfähigen Patienten gemäß dem Willen des jeweiligen Betroffenen handeln zu können, sind aussagekräftige Patientenverfügungen von grundlegender Bedeutung. Gegenüber der konventionellen Patientenverfügung stellt Advance Care Planning einen neuen überarbeiteten Ansatz dar. Nach § 132g Sozialgesetzbuch Fünftes Buch sind stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit einer Behinderung in der Lage, ihren Bewohnern eine kassenfinanzierte Advance Care Planning-Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase zu ermöglichen. Mit dem Modellprojekt ‚beizeiten begleiten‘ wurde Advance Care Planning in der BRD erstmalig erfolgreich erprobt. Die Etablierung entsprechender Programme erfordert jedoch hohe finanzielle sowie personelle Ressourcen. Allerdings stehen diesen Kosten Einsparungen durch die Vermeidung nicht erwünschter und medizinisch nicht sinnvoller Therapien gegenüber. Ziel dieser Arbeit war es, den Stellenwert der konventionellen Patientenverfügung und des vorausverfügten Patientenwillens bei im medizinischen und pflegerischen Sektor tätigen Führungskräften zu erheben. Weiterhin standen das Konzept des Advance Care Plannings und die Einstellung der Führungskräfte gegenüber diesem neuen Vorsorgeinstrument im Mittelpunkt der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit. In Kooperation mit einem qualifizierten Advance Care Planning-Gesprächsbegleiter erfolgte die Implementierung von Advance Care Planning in einem Wohnheim der Lebenshilfe in Bruchsal. Zudem wurde in zwei Pflegeheimen eine vom Studiendurchführenden entwickelte Patienten-Ampel etabliert, die der Handlungssicherheit aller an der Notfallversorgung Beteiligten dienen sollte. Es handelte sich bei der wissenschaftlichen Arbeit um eine Querschnittstudie ohne ein primäres Outcome oder konfirmatorische statistische Tests. Es wurde eine quantitative Datenerhebung mit qualitativen Anteilen in Form offener Fragen durchgeführt. Zur Datenerhebung der Hauptbefragung diente ein anonymisierter Fragebogen mit 26 offenen und geschlossenen Fragen. Die Befragung wurde auf den nördlichen Landkreis Karlsruhe begrenzt. Insgesamt 55 Institutionen mit ungefähr 200 potentiellen Umfrageteilnehmern wurden in die Befragung eingeschlossen. Die Zweitbefragung war an die etwa 60 Mitarbeiter der beiden Pflegeheime gerichtet, in denen die Patienten-Ampel etabliert wurde. Mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte kannte Advance Care Planning nicht. Allerdings schätzten über drei Viertel der Führungskräfte, die umfassend über dieses Vorsorgeinstrument informiert waren, Advance Care Planning gegenüber der konventionellen Patientenverfügung als geeigneter ein. Weiterhin beeinflussten das Arbeitssetting und das daraus resultierende palliativmedizinische Wissen die Einstellung der Befragten gegenüber Vorsorgeinstrumenten maßgeblich. Demnach führte insbesondere die tägliche Arbeit im palliativmedizinischen Sektor bzw. der tägliche Umgang mit palliativmedizinischen Patienten bei den Befragten zu einer deutlich positiveren und zustimmenderen Haltung gegenüber Vorsorgeinstrumenten. Zudem war das Alter der Befragten ein relevanter Faktor für den Standpunkt der Führungskräfte. So belegten Vergleichsstudien ein mit fortschreitendem Alter einhergehendes steigendes Interesse und eine zunehmend positive Einstellung gegenüber Vorsorgeinstrumenten. Eine Vielzahl der befragten Führungskräfte war sich jedoch über die grundlegende Bedeutung der Patientenverfügung nicht im Klaren. Abgesehen von einem festzustellenden partiellen Desinteresse zeigten sich teilweise eine ablehnende Einstellung sowie deutliche fachliche Wissenslücken und erhebliche Unsicherheiten im Umgang mit der Patientenverfügung. Einige Vergleichsstudien bestätigten die daraus resultierende Bedeutungslosigkeit von Vorsorgeinstrumenten im klinischen Alltag. Letztlich könnten der fehlende Respekt und das mangelhafte Wissen schlimmstenfalls zu einer Nichtbeachtung des Patientenverfügungsgesetzes sowie des vorausverfügten Patientenwillens führen. Die Implementierung von Advance Care Planning in einem Wohnheim der Lebenshilfe sowie die Etablierung der Patienten-Ampel in zwei Pflegeheimen und die damit verbundenen Mitarbeiterschulungen resultierten in einer verstärkten Auseinandersetzung mit den Thematiken Vorsorgeinstrumente und Lebensende. Hieraus entstanden ein verbessertes Wissen sowie eine Stärkung der Handlungssicherheit. Grundsätzlich führten diese verbesserte Handlungssicherheit, die Zunahme an Fachwissen und die intensive Auseinandersetzung mit der Materie bei allen Teilnehmenden der beiden Befragungen zu einem gesteigerten Interesse sowie einer positiveren Einstellung gegenüber der Thematik Vorsorgeinstrumente. Meaningful advance directives are fundamental to ensuring that actions taken in emergencies—or regarding patients unable to make decisions—align with the individual's wishes. Advance Care Planning represents a new, revised approach compared to the conventional advance directive. Under Section 132g of the Social Code Book V (SGB V), inpatient care facilities and facilities providing integration assistance for people with disabilities are enabled to offer their residents health-insurance-funded Advance Care Planning for the final phase of life. Advance Care Planning was successfully piloted in Germany for the first time through the "beizeiten begleiten" (Accompanying in Good Time) project. However, establishing such programs requires significant financial and personnel resources. These costs are offset by savings achieved through the avoidance of unwanted and medically inappropriate treatments. The aim of this study was to assess the perceived importance of conventional advance directives and pre-stated patient wishes among executives in the medical and nursing sectors. Furthermore, the study focused on the concept of Advance Care Planning and the attitudes of these executives toward this new advance care tool. Advance Care Planning was implemented at a "Lebenshilfe" residential facility in Bruchsal in cooperation with a qualified Advance Care Planning facilitator. Additionally, a "patient traffic light" system—developed by the researcher—was introduced in two nursing homes to enhance confidence in decision-making for all personnel involved in emergency care. This study was designed as a cross-sectional study without a primary outcome measure or confirmatory statistical testing. Data collection was primarily quantitative but included qualitative elements in the form of open-ended questions. The main survey utilized an anonymous questionnaire comprising 26 open and closed questions. The survey was limited to the northern district of Karlsruhe. A total of 55 institutions comprising approximately 200 potential survey participants were included in the study. The second survey targeted the roughly 60 staff members at the two nursing homes where the "Patient Traffic Light" system had been implemented. More than half of the managers surveyed were unfamiliar with Advance Care Planning. However, over three-quarters of the managers who were fully informed about this advance care planning tool considered it more suitable than the conventional living will. Furthermore, the work setting—and the palliative care knowledge derived from it—significantly influenced the respondents' attitudes toward advance care planning tools. Specifically, daily work in the palliative care sector, or daily interaction with palliative care patients, fostered a markedly more positive and supportive attitude among respondents regarding these tools. The respondents' age was also a relevant factor in shaping their views; comparative studies demonstrated that interest in and positive attitudes toward advance care planning tools increased with age. Nevertheless, a large number of the managers surveyed failed to grasp the fundamental importance of the living will. Beyond a certain degree of indifference, there was evidence of negative attitudes, significant gaps in professional knowledge, and considerable uncertainty regarding the handling of living wills. Comparative studies confirmed that, as a result, these advance care planning tools played a negligible role in day-to-day clinical practice. Ultimately, in the worst-case scenario, this lack of respect and knowledge could lead to non-compliance with the legislation governing living wills and a failure to honor the patient's previously expressed wishes. Implementing Advance Care Planning at a *Lebenshilfe* residential facility and introducing the "Patient Traffic Light" system—along with the associated staff training—at two nursing homes led to a greater engagement with the topics of advance care planning tools and end-of-life care. This resulted in improved knowledge and greater confidence in taking action. Ultimately, this increased confidence, the gain in professional knowledge, and the in-depth engagement with the subject matter fostered heightened interest and a more positive attitude toward advance care planning tools among all participants in the two surveys. [Mit KI übersetzt] |
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| Descripción Física: | Online Resource |
| DOI: | 10.11588/heidok.00034533 |