Evidenz der modernen Diagnostik, der konservativen und chirurgischen Therapie des sekundären Lymphödems = Evidence of modern diagnostic, conservative, and surgical therapy of secondary lymphoedema

Hintergrund: Das sekundäre Lymphödem (SL) stellt eine der häufigsten und zugleich bedeutsamsten Folgen und Komplikation der modernen onkologischen Therapie dar. Obwohl eine gründliche Anamnese und körperlicher Untersuchung für den Verdacht ausreichen, ist eine funktionelle Bildgebung des Lymph...

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Main Authors: Will-Marks, Patrick (Author) , Dragu, Adrian (Author) , Zuther, Joachim (Author) , Heil, Jörg (Author) , Chang, De-Hua (Author) , Traber, Jürg (Author) , Hirche, Christoph (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 24. Juni 2024
In: Handchirurgie, Mikrochirurgie, plastische Chirurgie
Year: 2024, Volume: 56, Issue: 4, Pages: 291-300
ISSN:1439-3980
DOI:10.1055/a-2322-1325
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2322-1325
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-2322-1325
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Author Notes:Patrick Will, Adrian Dragu, Joachim Zuther, Jörg Heil, De-Hua Chang, Jürg Traber, Christoph Hirche
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Summary:Hintergrund: Das sekundäre Lymphödem (SL) stellt eine der häufigsten und zugleich bedeutsamsten Folgen und Komplikation der modernen onkologischen Therapie dar. Obwohl eine gründliche Anamnese und körperlicher Untersuchung für den Verdacht ausreichen, ist eine funktionelle Bildgebung des Lymphsystems für die gezielte Diagnose und Ermittlung des Schweregrads essenziell. Hierfür wurden in den letzten Jahren Techniken wie die MR-und die ICG-Lymphographie sowie die ultrahochfrequenten Ultraschalluntersuchungen entwickelt und validiert. Die selektive Anwendung dieser Techniken hat die individualisierte Indikationsstellung und erfolgreiche stadienabhängige Behandlung mit den (super-) mikrochirurgischen Techniken zur Wiederherstellung des regionalen Lymphabflusses im Kontext einer intensivierten konservativen Therapie erst möglich gemacht. Methode: Systematischer Review der Literatur zur Diagnose und Therapie des SL mit anschließender Analyse und Klassifikation der Ergebnisse in Evidenzlevel gemäß Oxford Centre for Evidence-Based Medicine sowie gemäß der GRADE Skala. Ergebnisse: Zur etablierten und validierten Diagnostik des SL gehören Bildgebungen (ICG Fluoreszenzlymphographie, MR-Lymphographie und Tc-99 Funktionslymphszintigraphie) bei klinischem Verdacht und Hochrisikopatienten. Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) ist der Physiotherapie oder Kompression allein überlegen. Die (Super-)Mikrochirurgie des SL ermöglicht eine postoperative Reduktion der Frequenz der KPE, Reduktion von Erysipelraten, Volumenreduktion der lymphomatösen Extremität und bei prophylaktischer Durchführung eine geringere Inzidenz des SL. Saugungsverfahren können langfristig stabile Umfangsreduktionen und eine Verbesserung der Lebensqualität erzeugen. Schlussfolgerung: Patienten mit SL profitieren von einer konservativen Therapie mit regelmäßiger Reevaluation. Hochrisikopatienten für ein SL oder Patienten mit einer klinischen Verschlechterung oder gleichbleibendem Leidensdruck unter leitliniengerechter konservativer Therapie können von (super-)mikrochirurgischen Therapien nach individualisierter Funktionsdiagnostik des Lymphsystems profitieren. Exzisionale Dermolipektomien oder Lympholiposuktionen sind für fortgeschrittene und therapierefraktäre Stadien verfügbar und wirksam.
Item Description:Gesehen am 29.01.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1439-3980
DOI:10.1055/a-2322-1325