Rekonstruktive Beckenbodenchirurgie - Update 2024: prolapsassoziierte Symptome und deren Heilung = Pelvic floor reconstruction - update 2024 : prolapse-associated symptoms and their treatment

Der urogenitale Deszensus und die assoziierte Symptomatik von Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, Blasen- und Stuhlentleerungsstörung und Schmerzen treten häufig auf und sind Volkskrankheit mit starker Beeinträchtigung der Lebensqualität und Verursachung großer Kosten für das Gesundheitssystem....

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Bibliographic Details
Main Authors: Liedl, Bernhard (Author) , Barba, Mathias (Author) , Wenk, Maren (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2024
In: Die Urologie
Year: 2024, Volume: 63, Issue: 1, Pages: 43-50
ISSN:2731-7072
DOI:10.1007/s00120-023-02247-6
Online Access:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00120-023-02247-6
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Author Notes:B. Liedl, M. Barba, M. Wenk
Description
Summary:Der urogenitale Deszensus und die assoziierte Symptomatik von Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, Blasen- und Stuhlentleerungsstörung und Schmerzen treten häufig auf und sind Volkskrankheit mit starker Beeinträchtigung der Lebensqualität und Verursachung großer Kosten für das Gesundheitssystem. Neuere Erkenntnisse der funktionellen Anatomie und Pathophysiologie dieser Beckenbodendysfunktionen zeigen, wie bindegewebige Lockerungen bzw. Defekte zu diesen Dysfunktionen führen. Es werden Ergebnisse der PROpel-Studie (ClinicalTrials.gov-Identifier: NCT00638235) gezeigt, in der eine ausführliche Symptombeobachtung mit PROM („patient-related outcome measures“) präoperativ und postoperativ erfolgte. Eine ligamentäre vaginale Prolapskorrektur erlaubt mittlerweile Symptomheilungen in hohen Prozentsätzen, sowohl von Harndranginkontinenz (bis zu 82%), Nykturie (bis zu 92%), Blasenentleerungsstörung (bis zu 87%), Stuhlinkontinenz (58-72%), obstruktiver Defäkation (71-84%) und Schmerzen (53-90%), wenn sie durch vaginalen Prolaps verursacht sind. Symptome treten bei Frauen mit POP-Q-Stadium II (Pelvic Organ Prolapse-Quantification) ähnlich häufig auf wie bei Frauen mit POP-Q-Stadium III-IV, und die anatomisch gute operative Korrektur führt zu ähnlich hohen Heilungsraten. Bei anatomisch guter (Responder) im Vergleich zur weniger guten Prolapskorrektur (Non-Responder) wurden signifikante Unterschiede der Heilungsraten sowohl für Blasenentleerungsstörung als auch für Harndranginkontinenz und Nykturie gesehen. Die künftige Beckenbodenchirurgie sollte als Ziel die Symptomheilung haben und zur Verbesserung der Lebensqualität führen. Die derzeit verwendeten unterschiedlichen Techniken zur Prolapskorrektur müssen diesbezüglich auf den Prüfstand gestellt werden.
Item Description:Veröffentlicht: 28 December 2023
Gesehen am 03.03.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:2731-7072
DOI:10.1007/s00120-023-02247-6