Todesursachenspezifische Mortalität in den ersten Jahren nach Diagnose einer Krebserkrankung

Hintergrund: Krebs stellt mit 22% die zweithäufigste Todesursache in Deutschland dar. Aufgrund steigender Überlebensraten ist zu erwarten, dass konkurrierende, nicht unmittelbar durch den Krebs bedingte Sterbefälle unter Tumorpatienten eine immer größere Rolle spielen werden. Ziel der Arbeit: Zi...

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Main Authors: Gedenk, Charlotte (Author) , Feller, Anita (Author) , Arndt, Volker (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2025
In: Die Onkologie
Year: 2025, Volume: 31, Issue: 1, Pages: 9-18
ISSN:2731-7234
DOI:10.1007/s00761-024-01639-3
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00761-024-01639-3
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Author Notes:Charlotte Gedenk, Anita Feller, Volker Arndt
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Summary:Hintergrund: Krebs stellt mit 22% die zweithäufigste Todesursache in Deutschland dar. Aufgrund steigender Überlebensraten ist zu erwarten, dass konkurrierende, nicht unmittelbar durch den Krebs bedingte Sterbefälle unter Tumorpatienten eine immer größere Rolle spielen werden. Ziel der Arbeit: Ziel der vorliegenden Studie war es, einen Überblick über die Todesursachen bei Krebspatienten zu geben und die Sterberaten der Nichtkrebstodesursachen mit den Raten aus der Allgemeinbevölkerung zu vergleichen. Material und Methoden: Auf Basis der Krebsregisterdaten aus Baden-Württemberg wurden die Todesursachen der Krebspatienten von 2013 bis 2020 analysiert und standardisierte Mortalitäts-Ratios (SMR) inklusive 95%-Konfidenzintervalle (KI) berechnet. Ergebnisse: Von allen 144.949 Todesfällen waren 16,2% durch Nichtkrebstodesursachen bedingt, darunter am häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung wiesen die Krebspatienten erhöhte Sterberaten durch Infektionen (SMR: 1,56 [KI: 1,46–1,65]), Leberkrankheiten (2,02 [KI: 1,90–2,14]) und Suizid (1,94 [KI: 1,76–2,11]) auf. Insgesamt fanden sich die höchsten SMR bei Patienten nach einer Lungenkrebsdiagnose, jungen Patienten und während des ersten Jahrs nach der Diagnosestellung. Diskussion: Krebs stellt bei Krebspatienten nach wie vor die häufigste Todesursache innerhalb der ersten Jahre nach der Diagnose dar. Dennoch zeigen die Patienten auch erhöhte relative Risiken, an Nichtkrebstodesursachen wie Infektionen, Leberkrankheiten oder Suizid zu versterben. Dieses veränderte Mortalitätsmuster reflektiert neben direkten tumorbedingten auch mögliche therapiebedingte Folgen sowie gemeinsame Risikofaktoren für Krebs und andere Erkrankungen.
Item Description:Online publiziert: 6. Dezember 2024
Gesehen am 12.03.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:2731-7234
DOI:10.1007/s00761-024-01639-3