Therapie tumorassoziierter Schmerzen - von medikamentös bis invasiv

Abhängig vom Tumorstadium leiden bis zu 80% der Patient*innen unter tumorassoziierten Schmerzen mit oftmals unzureichender Versorgung. Die Schmerzursachen sind vielfältig und können durch den Tumor selbst, dessen Sekundärfolgen, aber auch therapiebedingt bedingt sein. Eine differenzierte Erfassu...

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Main Authors: Hofbauer, Hannes (Author) , Wirz, Stefan (Author) , Steffen, Peter (Author) , Kieselbach, Kristin (Author) , Keßler, Jens (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 2025
In: Die Anaesthesiologie
Year: 2025, Volume: 74, Issue: 2, Pages: 63-71
ISSN:2731-6866
DOI:10.1007/s00101-024-01488-0
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00101-024-01488-0
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Author Notes:Hannes Hofbauer, Stefan Wirz, Peter Steffen, Kristin Kieselbach, Jens Keßler
Description
Summary:Abhängig vom Tumorstadium leiden bis zu 80% der Patient*innen unter tumorassoziierten Schmerzen mit oftmals unzureichender Versorgung. Die Schmerzursachen sind vielfältig und können durch den Tumor selbst, dessen Sekundärfolgen, aber auch therapiebedingt bedingt sein. Eine differenzierte Erfassung und eine individuell abgestimmte Therapie tumorassoziierter Schmerzen verbessern nicht nur die Lebensqualität, sondern vermindern auch das Risiko einer Schmerzchronifizierung. Die Unterscheidung nozizeptiver von durch Hypersensitivierung bedingten Schmerzen ist Voraussetzung für eine adäquate Pharmakotherapie. Insbesondere bei mangelnder Berücksichtigung und Therapie einer Hypersensitivierung mit z.B. Antikonvulsiva oder analgetisch wirksamen Antidepressiva droht eine insuffiziente Schmerzkontrolle. Opioide sind fester Bestandteil der medikamentösen Therapie bei tumorassoziierten Schmerzen und v.a. auch bei der Therapie von Schmerzspitzen. Das Risiko eines Fehlgebrauchs sollte bedacht werden. Weitere Substanzgruppen bieten sich bei speziellen Schmerzsituationen oder in therapierefraktären Fällen an. Außerdem sollten nichtmedikamentöse Therapieverfahren zum Einsatz kommen, insbesondere die niederschwellige Indikationsstellung zu einer psychotherapeutischen bzw. -onkologischen Anbindung. Invasive Verfahren können eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Diese reichen von patientenkontrollierten s.c.- bzw. i.v.-Pumpensystemen über die intrathekale Medikamentenapplikation bis hin zu neurolytischen und ablativen Verfahren. Aufgrund der Invasivität empfiehlt sich eine interdisziplinär getroffene Indikationsstellung.
Item Description:Online publiziert: 12. Dezember 2024
Gesehen am 13.03.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:2731-6866
DOI:10.1007/s00101-024-01488-0