Effekte psychosozialer Interventionen bei Paaren mit Fertilitätsstörungen
Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurde sich mit der Wirksamkeit psychosozialer Interventionen bei infertilen Paaren beschäftigt, die eine assistierte reproduktionsmedizinische Behandlung durchliefen. Vorab wurde hierfür ein systematisches Review mit Metaanalyse durchgeführt. Der zeitliche...
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| Main Author: | |
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| Format: | Book/Monograph Thesis |
| Language: | German |
| Published: |
Heidelberg
09 Apr. 2025
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| DOI: | 10.11588/heidok.00036372 |
| Subjects: | |
| Online Access: | Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-363720 Resolving-System, kostenfrei: https://doi.org/10.11588/heidok.00036372 Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/36372 Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-363720 Langzeitarchivierung Nationalbibliothek, kostenfrei: https://d-nb.info/1362951129/34 |
| Author Notes: | vorgelegt von Franziska Kremer ; Doktormutter: Frau Prof. Dr. phil. Beate Ditzen |
| Summary: | Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurde sich mit der Wirksamkeit psychosozialer Interventionen bei infertilen Paaren beschäftigt, die eine assistierte reproduktionsmedizinische Behandlung durchliefen. Vorab wurde hierfür ein systematisches Review mit Metaanalyse durchgeführt. Der zeitliche Fokus der Interventionen lag auf der Wartezeit nach dem Embryotransfer und vor dem Schwangerschaftstest. Es wurden die Effekte auf die emotionale Belastung wie z. B. Ängstlichkeit und Depressivität sowie die Schwangerschaftsraten untersucht. Anschließend wurden Daten einer randomisiert kontrollierten Studie, die eine minimale psychosoziale Intervention überprüfte, hinsichtlich der emotionalen Belastung sowie der Einschätzung der Teilnehmenden ausgewertet. Daran anknüpfend wurden die Gründe für ein eventuelles vorzeitiges Beenden der Kinderwunschbehandlung eruiert und Unterschiede zwischen Personen erfasst, die eine Fruchtbarkeitstherapie fortsetzten. Für den langfristigen Verlauf wurden ebenfalls die verschiedenen Wege zum Kind erhoben. Die Ergebnisse der systematischen Übersichtsarbeit offenbaren gravierende methodische Unzulänglichkeiten in allen bisherigen Studien. Es ist daher nicht möglich, verlässliche Schlussfolgerungen über den Einfluss psychosozialer Interventionen auf die Lebensqualität (Ängstlichkeit, Depressivität) und die Schwangerschaftsraten bei Frauen mit Fruchtbarkeitsstörungen zu ziehen. Weitere Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen psychosozialer Interventionen bei Fertilitätsstörungen können nur dann gezogen werden, wenn künftige Studien sorgfältig geplant und konzipiert werden. Daher kann die Wirksamkeit psychosozialer Interventionen auf Ängstlichkeit, Depressivität und Schwangerschaftsraten in dieser Übersichtsarbeit mit methodischer Evaluation nicht eindeutig beurteilt werden. Zukünftige Studiendesigns sollten eine einzige Intervention beinhalten und einheitliche Messzeitpunkte festlegen. Die Studienteilnehmenden sollten nur einen reproduktionsmedizinischen Behandlungszyklus erhalten, um einen Vergleich der Ergebnisse zu ermöglichen. Die Daten sollten nicht nur bis zum Schwangerschaftstest, sondern idealerweise bis zu neun Monate später (Lebendgeburt) erhoben werden. In der zweiarmigen randomisiert kontrollierten PAKI-Studie wurde eine minimale psychosoziale Intervention verwendet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die an das Smartphone angepasste Version der ‚Positive Reappraisal Coping Intervention‘, die Paaren in einer Fruchtbarkeitsbehandlung als positive Ausrichtung während der Wartezeit zwischen dem Embryotransfer und dem 89 Schwangerschaftstest vorgelegt wurde, weder depressive Symptome und Ängstlichkeit reduzierte noch die Schwangerschaftsraten erhöhte. Die Intervention wurde gleichwohl als hilfreich empfunden, um von der mit der Behandlung verbundenen Belastung abzulenken, und könnte die wahrgenommene Kontrolle erhöht haben. Diese Daten stehen im Einklang mit Forschungsergebnissen, die darauf hindeuten, dass ein individuelles Stressniveau oder eine niedrige Stimmung für sich genommen die Fruchtbarkeit nicht beeinträchtigen (Wischmann et al. 2021) und dass eine ‚Mini-Intervention‘ auf niedrigem Niveau allein die Schwangerschaftsraten nicht erhöhen kann. Indessen können diese Ergebnisse als Grundlage für individuellere persönliche Face-to-face-Interventionen dienen, die sich an beide Partner gleichzeitig richten und somit Paaren helfen, sich in dieser schwierigen Zeit während der reproduktionsmedizinischen Behandlung zurechtzufinden. Die Nachbefragung der Versuchspersonen der Ursprungsstudie ergab eine Abbruchquote der assistierten Reproduktionstherapie von 20 %. Ein signifikanter Einflussfaktor hierfür ist die Dauer der Kinderwunschbehandlung. Als häufigster Grund für das vorzeitige Beenden wurde in dieser Studie die emotionale Belastung bestätigt. Personen, die aufgrund des vorzeitigen Abbruchs der Behandlung nicht von den kumulativen Schwangerschaftsraten profitierten, berichteten eine mittlere Belastung durch den unerfüllten Kinderwunsch. Einige wenige Teilnehmende konnten ihre Situation positiv umdeuten und somit besser bewältigen. Gespräche mit anderen Betroffenen oder mit psychologischem oder ärztlichem Fachpersonal wurden als Wunsch für eine bessere Bewältigung erwähnt. Die meistgenannte Empfehlung an andere betroffene Paare bestand darin, sich mit einem alternativen Lebensentwurf ohne Wunschkind auseinanderzusetzen. Zuletzt wurden die verschiedenen Wege zum Kind aufgeführt, die mit dem Deutschen IVF-Register (2023) im Einklang stehen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass psychosoziale Interventionen sehr vielfältig sein können und ein Vergleich dadurch nicht möglich ist. Die minimale psychosoziale Intervention in der vorliegenden Arbeit nahm keinen positiven Einfluss auf Depressivität, Ängstlichkeit, soziale Unterstützung, Akzeptanz sowie Hilflosigkeit. Jedoch wurde die Intervention als hilfreich im Sinne einer Ablenkung oder Erleichterung wahrgenommen. Infertilen Paaren sollten weiterhin vermehrt psychologische Gespräche angeboten werden. Die Hinweise auf diese Möglichkeit erscheinen aktuell nicht ausreichend wahrgenommen zu werden. Ferner sollte intensive Aufklärung über die emotionale Belastung betrieben werden – nicht im Sinne einer Abschreckung, sondern vielmehr, um die Chancen in den kumulativen Schwangerschaftsraten zu erkennen und um Wege für eine eventuelle erfolgreiche Bewältigung der Kinderlosigkeit zu ermöglichen. This dissertation investigated the efficacy of psychosocial interventions for infertile couples undergoing assisted reproductive treatment. Initially, a systematic review with meta-analysis was conducted. The interventions focused on the waiting period between embryo transfer and the pregnancy test. The study examined effects on emotional distress—specifically anxiety and depression—as well as pregnancy rates. Subsequently, data from a randomized controlled trial evaluating a minimal psychosocial intervention were analyzed regarding emotional distress and participant feedback. Following this, reasons for the potential premature discontinuation of fertility treatment were explored, and differences were identified between those who continued therapy and those who did not. Information regarding the various paths to parenthood was also collected to assess long-term outcomes. The results of the systematic review reveal significant methodological shortcomings in all studies conducted to date. Consequently, it is impossible to draw reliable conclusions regarding the impact of psychosocial interventions on quality of life (anxiety, depression) and pregnancy rates among women with fertility disorders. Further conclusions concerning the effects of such interventions can only be drawn if future studies are carefully planned and designed. Therefore, based on this review and methodological evaluation, the efficacy of psychosocial interventions regarding anxiety, depression, and pregnancy rates cannot be conclusively determined. Future study designs should focus on a single intervention and establish standardized time points for measurement. To facilitate the comparison of results, participants should undergo only one cycle of reproductive medical treatment. Data collection should extend beyond the pregnancy test, ideally continuing for nine months thereafter (to track live births). The two-arm, randomized controlled PAKI study employed a minimal psychosocial intervention. In summary, the smartphone-adapted version of the "Positive Reappraisal Coping Intervention"—offered to couples undergoing fertility treatment to foster a positive mindset during the waiting period between embryo transfer and the pregnancy test—neither reduced depressive symptoms and anxiety nor increased pregnancy rates. Nevertheless, the intervention was perceived as helpful for distracting from treatment-related stress and may have enhanced the sense of perceived control. These data align with research findings indicating that individual stress levels or low mood do not, in themselves, impair fertility (Wischmann et al. 2021) and that a low-intensity "mini-intervention" cannot, on its own, increase pregnancy rates. However, these results can serve as a basis for more tailored, face-to-face interventions that address both partners simultaneously, thereby helping couples navigate the challenges of fertility treatment. A follow-up survey of the original study participants revealed a 20% discontinuation rate for assisted reproductive therapy. The duration of fertility treatment was identified as a significant factor in this regard. Emotional distress was confirmed as the most common reason for premature discontinuation. Individuals who did not benefit from cumulative pregnancy rates due to early treatment cessation reported moderate levels of distress associated with their unfulfilled desire for a child. A small number of participants were able to positively reframe their situation, thereby coping with it more effectively. Conversations with others in similar situations or with psychological or medical professionals were cited as desired aids for better coping. The most frequently mentioned recommendation for other affected couples was to consider alternative life paths that do not involve having a child. Finally, the various paths to parenthood consistent with the German IVF Registry (2023) were outlined. In summary, it can be stated that psychosocial interventions vary widely, making direct comparisons impossible. The minimal psychosocial intervention evaluated in this study had no positive impact on depression, anxiety, social support, acceptance, or feelings of helplessness. However, the intervention was perceived as helpful in terms of providing a distraction or a sense of relief. Psychological counseling should continue to be increasingly offered to infertile couples; awareness of this option currently appears to be insufficient. Furthermore, there is a need for comprehensive education regarding the emotional burden involved—not to deter couples, but rather to foster an understanding of the prospects offered by cumulative pregnancy rates and to facilitate ways of successfully coping with involuntary childlessness. [Mit KI übersetzt] |
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| Physical Description: | Online Resource |
| DOI: | 10.11588/heidok.00036372 |