Pflege und Geschlecht

Pflege gilt in Deutschland auch heute noch als Frauenberuf. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde mit der Organisierung von Krankenpflegenden in konfessionellen Schwesternschaften Pflege als weiblicher Beruf konzipiert. Christliche Tugenden wie Selbstverleugnung, bedingungslose Nächstenliebe und...

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Main Authors: Nolte, Karen (Author) , Schwamm, Christoph (Author)
Format: Chapter/Article
Language:German
Published: 18 March 2025
In: Lehrbuch Geschichte der Pflege
Year: 2025, Pages: 129-143
DOI:10.1007/978-3-662-69826-6_9
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/978-3-662-69826-6_9
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Author Notes:Karen Nolte und Christoph Schwamm
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Summary:Pflege gilt in Deutschland auch heute noch als Frauenberuf. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde mit der Organisierung von Krankenpflegenden in konfessionellen Schwesternschaften Pflege als weiblicher Beruf konzipiert. Christliche Tugenden wie Selbstverleugnung, bedingungslose Nächstenliebe und Frömmigkeit wurden verknüpft mit dem bürgerlichen Geschlechtscharakter, demzufolge angenommen wurde, dass Frauen von Natur aus bescheiden, hingebungsvoll, gefühlvoll und sorgend seien. Konfessionelle Schwesternschaften boten Krankenpflegerinnen ein respektables Leben jenseits von Ehe und Familie. Mit der Verweltlichung der Krankenpflege im 20. Jahrhundert blieb das christliche Ethos zwar erhalten, wurde allerdings durch militärische Tugenden wie Gehorsam, Fügsamkeit und Selbstbeherrschung ergänzt. Ärzte wurden zu zentralen Autoritäten in den streng hierarchisch organisierten nichtkonfessionellen Krankenhäusern. Die Krankenpflege ist seither durch eine Geschlechterhierarchie geprägt, die bis heute fortwirkt.
Item Description:Gesehen am 28.04.2025
Physical Description:Online Resource
ISBN:9783662698266
DOI:10.1007/978-3-662-69826-6_9