Disseminierte Tumorzellen: Diagnostik, prognostische Relevanz, Phänotypisierung und therapeutische Strategien

Während das Auftreten und die Häufigkeit von Lokalrezidiven bei der R0-Resektion solider Tumoren weitgehend in der Hand des Operateurs liegt, sind Fernrezidive nach derzeitigem Kenntnisstand auf die bereits prä- oder perioperativ erfolgte, systemische Disseminierung von Tumorzellen zurückzuführ...

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Main Authors: Pantel, Klaus (Author) , Knebel Doeberitz, Magnus von (Author) , Izbicki, J. R. (Author) , Riethmüller, Gert (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: December 1997
In: Der Chirurg
Year: 1997, Volume: 68, Issue: 12, Pages: 1241-1250
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050351
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s001040050351
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Author Notes:K. Pantel, M. Knebel Doeberitz, J. R. Izbicki, G. Riethmüller
Description
Summary:Während das Auftreten und die Häufigkeit von Lokalrezidiven bei der R0-Resektion solider Tumoren weitgehend in der Hand des Operateurs liegt, sind Fernrezidive nach derzeitigem Kenntnisstand auf die bereits prä- oder perioperativ erfolgte, systemische Disseminierung von Tumorzellen zurückzuführen. Das Vorliegen von einzelnen, disseminierten Tumorzellen - z. B. im Knochenmark als Indikatororgan - ist im Rahmen eines erweiterten Tumorstagings durch sensitive immuncytochemische und molekulare Methoden nachweisbar und wird zunehmend als klinisch relevanter Prognosefaktor angesehen. Im Gegensatz zu soliden Metastasen stellen isolierte mikrometastatische Tumorzellen aufgrund ihrer Zugänglichkeit für Makromoleküle und immunkompetente Effektorzellen geeignete Ziele für intravenös appplizierte Therapeutica dar. Der überwiegend nicht mitotisch aktive Zustand (G0-Phase) dieser Tumorzellen könnte eine Ursache für das Versagen einer adjuvanten Chemotherapie sein. Daher rücken adjuvante Therapiestrategien, die auch gegen ruhende Zellen wirksam sind, zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Diese therapeutische Rationale ist mit dem Antikörper 17-1A bei Patienten mit colorectalem Carcinom im Stadium UICC III nach R0-Resektion randomisiert untersucht und bestätigt worden. Die Antikörpertherapie zeichnet sich dadurch aus, daß Antikörper sich im Gegensatz zur Chemotherapie auch gegen mitotisch nicht aktive Tumorzellen („dormant cells“) richten und zudem unabhängig von möglichen Chemotherapieresistenzen wirken. Als eine gegen den Zustand der minimalen residualen Krebserkrankung gerichtete Therapie wäre der adjuvante Einsatz von Antikörpern zukünftig auch als Kombinationsbehandlung mit der Chemotherapie parallel oder sequentiell sinnvoll. Ziel dieser Übersicht ist es, den momentanen Stand der Forschung auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie der minimalen residualen Krebserkrankung zu erläutern.
Item Description:Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache
Gesehen am 21.08.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050351