Psychische Belastung bei Kindern und Müttern während der COVID-19 Pandemie, Zusammenhang mit Pränatalstress, Cortisol und Psychopathologie als stressbezogene Prädiktoren in einer longitudinalen Geburtskohorte
Vielfach wurde Stress als ein wichtiger Faktor bei der Entstehung psychischer Erkrankungen nachgewiesen. Insbesondere in der frühen Phase der Entwicklung wirkt sich Stress auf die Gesundheit und Regulierung physiologischer Systeme aus. Das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System steuert di...
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| Main Author: | |
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| Format: | Book/Monograph Thesis |
| Language: | German |
| Published: |
Heidelberg
20. August 2025
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| DOI: | 10.11588/heidok.00037087 |
| Subjects: | |
| Online Access: | Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-370874 Resolving-System, kostenfrei: https://doi.org/10.11588/heidok.00037087 Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/37087 Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-370874 Langzeitarchivierung Nationalbibliothek, kostenfrei: https://d-nb.info/1374401013/34 |
| Author Notes: | vorgelegt von Thao Thanh Nguyen ; Referent: Prof. (apl.) Dr. med. Michael Deuschle |
| Summary: | Vielfach wurde Stress als ein wichtiger Faktor bei der Entstehung psychischer Erkrankungen nachgewiesen. Insbesondere in der frühen Phase der Entwicklung wirkt sich Stress auf die Gesundheit und Regulierung physiologischer Systeme aus. Das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-System steuert die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und wurde als relevanter Moderator intensiv untersucht. In der bisherigen Forschung konnte gezeigt werden, dass Pränatalstress mit einer veränderten Regulierung der Cortisolausschüttung zusammenhängt. Des Weiteren gehen diese Veränderungen auch mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depression einher. Dies konnte bei Kindern unterschiedlichen Alters beobachtet werden. Es existieren jedoch heterogene Ergebnisse hinsichtlich der Richtung der Assoziation von Pränatalstress und Cortisolausschüttung. Außerdem ist unklar, inwiefern sich die Stressreagibilität verändert und welche weiteren Stressoren im Verlauf des Lebens die Wahrnehmung und Verarbeitung von Stress beeinflussen. In der vorliegenden Arbeit wurde die psychische Belastung von n = 263 Kindern und n = 241 Müttern während der COVID-19 Pandemie untersucht. Außerdem wurden die Aktivität und Regulation des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems des Kindes im Alter von 45 Monaten sowie früheres Stresserleben der Mutter als Prädiktoren für das Stresserleben während der Pandemie betrachtet. Die Erhebung wurde in zwei Abschnitte aufgeteilt. Der erste Teil wurde von Juli bis Oktober 2020 erhoben, der zweite Teil von November 2020 bis Februar 2021. Zur Einschätzung der psychischen Belastung wurde der CRISIS Fragebogen verwendet. Die Aktivität und Regulation des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems des Kindes im Alter von 45 Monaten wurde anhand des Cortisols im Morgenurin und des Cortisols im Speichel nach einem Stresstest ermittelt. Das frühere Stresserleben der Mutter wurde anhand der Perceived Stress Scale gemessen. Zusätzlich wurden psychiatrische Diagnosen der Mutter anhand eines klinischen psychiatrischen Interviews (M.I.N.I.) erfasst. Die psychische Belastung der Kinder (F = 76,40; p < 0,001) und Mütter (F = 67,55; p < 0,001) war zu beiden untersuchten Zeitpunkten während der Pandemie höher verglichen zu vor der Pandemie. Dabei zeigte sich, dass die Kinder zum ersten Untersuchungszeitpunkt während der Pandemie im Vergleich zum zweiten eine höhere psychische Belastung hatten (t = 2,77; p = 0,006). Bei den Müttern konnte kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Erhebungen (t = 0,45; p = 0,65) festgestellt werden. Zu allen drei erhobenen Zeitpunkten korrelierte die psychische Belastung der Kinder und die der Mütter (vor der Pandemie r = 0,43; p < 0,001; zum ersten Untersuchungszeitpunkt r = 0,59; p < 0,001; zum zweiten Untersuchungszeitpunkt r = 0,49; p < 0,001). Der pränatal erlebte Stress der Mutter war ein positiver Prädiktor für die Zunahme der psychischen Belastung des Kindes zur Pandemie (F = 4,58; p = 0,004; R2 = 0,063). Allerdings waren die frühere Aktivität und Regulation des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems des Kindes im Alter von 45 Monaten keine signifikanten Prädiktoren. Das Stresserleben der Mutter sowohl vor der Geburt als auch im Alter des Kindes von 45 Monaten war ebenfalls kein signifikanter Prädiktor für die Änderung der psychischen Belastung der Mutter zur Pandemie. Eine frühere Major Depression der Mutter hing mit einer höheren psychischen Belastung der Mutter während der Pandemie zusammen. Die Korrelation war jedoch zu allen erhobenen Zeitpunkten gering (vor der Pandemie ρ = 0,31; p < 0,001; zum ersten Untersuchungszeitpunkt ρ = 0,23; p < 0,001; zum zweiten Untersuchungszeitpunkt ρ = 0,20; p = 0,013). Die Ergebnisse dieser Arbeit bestätigen, dass sowohl Kinder als auch Mütter während der COVID-19 Pandemie eine erhöhte psychische Belastung hatten und diese miteinander korrelierte. Damit reihen sie sich in die Ergebnisse aktueller Forschung ein. Möglicherweise lässt sich der unterschiedliche Verlauf bei Kindern und Müttern durch eine Anpassung und Resilienz der Kinder sowie eine verbesserte Unterstützung durch das soziale Umfeld erklären. Die Ergebnisse zeigen, dass während Zeiten hoher psychischer Belastung nicht nur die psychische Gesundheit der Kinder, sondern auch die der Eltern sowie die Eltern-Kind-Beziehung gestärkt werden sollte, um eine gesunde kindliche Entwicklung zu fördern. Zudem hatte Pränatalstress als Prädiktor einen Einfluss auf die psychische Belastung des Kindes. Dies bestärkt die Hypothese, dass Pränatalstress langfristig Einfluss auf die psychische Gesundheit von Kindern nimmt. In zukünftigen Erhebungen dieser Kohorte sollten die stressbedingten Faktoren Pränatalstress sowie die Aktivität und Regulation des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems der Kinder weitergehend untersucht werden. Möglicherweise lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt Veränderungen und auch Zusammenhänge zu früheren Ergebnissen feststellen. Außerdem sollte untersucht werden, ob die psychische Belastung während der Pandemie die Gesundheit und Entwicklung der Kinder, insbesondere die Stresswahrnehmung und -verarbeitung, im Verlauf beeinflusst. Stress has frequently been identified as a significant factor in the development of mental health disorders. Stress impacts health and the regulation of physiological systems, particularly during early developmental stages. The hypothalamic-pituitary-adrenal (HPA) axis controls the release of the stress hormone cortisol and has been extensively studied as a relevant moderator. Previous research has demonstrated a link between prenatal stress and altered regulation of cortisol secretion. Furthermore, these alterations are associated with an increased risk of mental health disorders, such as depression—a pattern observed in children across various age groups. However, findings regarding the direction of the association between prenatal stress and cortisol secretion remain inconsistent. Additionally, it remains unclear how stress reactivity changes over time and which other life stressors influence the perception and processing of stress. This study examined the psychological distress experienced by 263 children and 241 mothers during the COVID-19 pandemic. It also investigated the activity and regulation of the child's HPA axis at 45 months of age, as well as the mother's prior stress experiences, as predictors of stress levels during the pandemic. Data collection was divided into two phases: the first from July to October 2020, and the second from November 2020 to February 2021. The CRISIS questionnaire was used to assess psychological distress. The activity and regulation of the child's HPA axis at 45 months were determined by measuring morning urinary cortisol and salivary cortisol levels following a stress test. The mother's prior stress experience was measured using the Perceived Stress Scale. In addition, psychiatric diagnoses of the mothers were assessed using a clinical psychiatric interview (M.I.N.I.). Psychological distress among both children (F = 76.40; p < 0.001) and mothers (F = 67.55; p < 0.001) was higher at both assessment points during the pandemic compared to pre-pandemic levels. Children exhibited higher psychological distress at the first assessment point during the pandemic compared to the second (t = 2.77; p = 0.006). No significant difference was found between the two assessments for the mothers (t = 0.45; p = 0.65). Psychological distress in children and mothers was correlated at all three assessment points (pre-pandemic: r = 0.43, p < 0.001; first assessment point: r = 0.59, p < 0.001; second assessment point: r = 0.49, p < 0.001). Prenatal maternal stress was a positive predictor of the increase in the child's psychological distress during the pandemic (F = 4.58; p = 0.004; R² = 0.063). However, the child's earlier hypothalamic-pituitary-adrenal (HPA) axis activity and regulation at 45 months of age were not significant predictors. Maternal stress—both prenatal and at the time the child was 45 months old—was also not a significant predictor of changes in the mother's psychological distress during the pandemic. A history of major depression in the mother was associated with higher maternal psychological distress during the pandemic. However, the correlation was low at all time points assessed (pre-pandemic ρ = 0.31, p < 0.001; at the first assessment point ρ = 0.23, p < 0.001; at the second assessment point ρ = 0.20, p = 0.013). The results of this study confirm that both children and mothers experienced elevated psychological distress during the COVID-19 pandemic and that these levels were correlated. These findings align with current research. The differing trajectories observed in children and mothers might be explained by children's adaptability and resilience, as well as improved support from their social environment. The results indicate that during periods of high psychological distress, it is essential to strengthen not only the children's mental health but also that of the parents and the parent-child relationship in order to foster healthy child development. Furthermore, prenatal stress emerged as a predictor influencing the child's psychological distress. This reinforces the hypothesis that prenatal stress has a long-term impact on children's mental health. Future assessments of this cohort should further investigate stress-related factors—specifically prenatal stress and the activity and regulation of the children's hypothalamic-pituitary-adrenal (HPA) axis. It may be possible to identify changes and associations with earlier findings at a later stage. Additionally, research should examine whether the psychological distress experienced during the pandemic influences the children's health and development—particularly their perception of and response to stress—over time. [Mit KI übersetzt] |
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| Physical Description: | Online Resource |
| DOI: | 10.11588/heidok.00037087 |