Ergebnisse der isolierten hyperthermen Extremitätenperfusion bei Weichteilsarkomen im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzeptes

Weichteilsarkome der Extremitäten sind mit einer hohen Lokalrezidivrate behaftet. Durch den Einsatz multimodaler Therapieverfahren erscheint ein gliedmaßenerhaltendes Vorgehen gerechtfertigt. Der mögliche Wert der isolierten hyperthermen Extremitätenperfusion (IHEP) soll im folgenden dargestellt...

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Authors: Schwarzbach, Matthias (Author) , Lehnert, Thomas (Author) , Willeke, Frank (Author) , Hinz, Ulf (Author) , Herfarth, Christian (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: December 1996
In: Der Chirurg
Year: 1996, Volume: 67, Issue: 12, Pages: 1237-1243
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050132
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s001040050132
Get full text
Author Notes:M. Schwarzbach, T. Lehnert, F. Willeke, U. Hinz, C. Herfarth
Description
Summary:Weichteilsarkome der Extremitäten sind mit einer hohen Lokalrezidivrate behaftet. Durch den Einsatz multimodaler Therapieverfahren erscheint ein gliedmaßenerhaltendes Vorgehen gerechtfertigt. Der mögliche Wert der isolierten hyperthermen Extremitätenperfusion (IHEP) soll im folgenden dargestellt werden. Von Januar 1982 bis Dezember 1995 wurden 25 isolierte hypertherme Extremitätenperfusionen, mit Cisplatin, Melphalan und Adriamycin, bei 22 Patienten durchgeführt. Die Perfusionen verteilten sich mit 40 % auf Lokalrezidive, bei 68 % lag entsprechend der UICC-Klassifikation ein fortgeschrittenes Tumorstadium (IIb, IIIa/b) vor. In 14 von 25 Fällen wurde eine onkologische Resektion (R0) durchgeführt. Viermal erfolgte eine intraoperative Radiotherapie, 5mal eine percutane Radiatio. Die perioperative Morbidität betrug 32 %. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 45 Monaten betrug die 5-Jahres-Überlebensrate nach Kaplan-Meier 81 % und das entsprechende rezidivfreie Überleben 34 %. Der Anteil locoregionärer Rezidive lag bei 52 %, Fernmetastasen wurden bei 36 % der Patienten beobachtet. Bei 5 Fällen mit Lokalrezidiven war eine multimodale Therapie erst nach Ablehnung einer Amputation durchgeführt worden. Bei 7 unvollständig resezierten Sarkomen erfolgte nach der IHEP keine onkologische Nachresektion. In allen diesen Fällen waren im weiteren Krankheitsverlauf Lokalrezidive aufgetreten und es zeigte sich ein signifikanter Unterschied (p = 0,0001, Log-rank-Test) in der lokalen Tumorkontrolle gegenüber der Gruppe vollständig resezierter Sarkome. Bei den fortgeschrittenen Sarkomen (UICC IIb, IIIa/b) zeigten 75 % Lokalrezidive. Die Amputationsrate nach IHEP betrug 27 %. Die Ergebnisse nach knapp vier Jahren Nachbeobachtung liegen hinsichtlich der lokalen Tumorkontrolle unter den Erwartungen vorangegangener Untersuchungen. Die Indikation zur IHEP mit Cisplatin, Melphalan und Adriamycin sollte im Rahmen des extremitätenerhaltenden multimodalen Sarkomtherapiekonzeptes kritisch gesehen werden. Verbleiben histologisch oder intraoperativ nachweisbar Tumorzellen, so ist die Extremitätenperfusion keine Therapieoption.
Item Description:Gesehen am 02.09.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050132