Urodynamik in Deutschland: Indikationen und Anwendung im urologischen Klinik- und Praxisalltag

Hintergrund: Urodynamische Studien (UDS) sind ein etabliertes Diagnostikverfahren in der Urologie. Internationale Studien, auch in Deutschland, zeigen jedoch einen Rückgang ihrer Anwendung. Gründe hierfür könnten Leitlinienanpassungen und veränderte Indikationsstellungen sein. Fragestellung: Zi...

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Main Authors: Menzel, Viktoria (Author) , Kontschak, Livia (Author) , Sondermann, Marcus (Author) , Grabbert, Markus (Author) , Borkowetz, Angelika Sabina Maria (Author) , Mehralivand, Sherif (Author) , Eisenmenger, Nicole (Author) , Huber, Johannes (Author) , Thomas, Christian (Author) , SchultzLampel, Daniela (Author) , Baunacke, Martin (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 14 April 2025
In: Die Urologie
Year: 2025, Volume: 64, Issue: 8, Pages: 793802
ISSN:27317072
DOI:10.1007/s00120-025-02579-5
Online Access:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00120-025-02579-5
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Author Notes:Viktoria Menzel, Livia Kontschak, Marcus Sondermann, Markus Grabbert, Angelika Borkowetz, Sherif Mehralivand, Nicole Eisenmenger, Johannes Huber, Christian Thomas, Daniela Schultz-Lampel, Martin Baunacke
Description
Summary:Hintergrund: Urodynamische Studien (UDS) sind ein etabliertes Diagnostikverfahren in der Urologie. Internationale Studien, auch in Deutschland, zeigen jedoch einen Rückgang ihrer Anwendung. Gründe hierfür könnten Leitlinienanpassungen und veränderte Indikationsstellungen sein. Fragestellung: Ziel ist es, die Versorgungsrealität und Indikationsverteilung für UDS in urologischen Kliniken und Praxen in Deutschland zu untersuchen. Material und Methoden: Zwischen 03/2023 und 10/2023 wurden landesweit 259 urologische Kliniken und stichprobenartig 280 niedergelassene Urologen zur UDS befragt. Daten zu angewandten Methoden, durchführendem Personal und Indikationsverteilung wurden erhoben. Ergebnisse: Es nahmen 80% der Kliniken und 44% der Praxen teil. 58% der Kliniken führen < 100 UDS pro Jahr durch. 15% der Praxen führen selbstständig UDS durch. Verfahren wie Uroflowmetrien (99%) und Zystomanometrien (98%) werden flächendeckend angewandt, während Videourodynamiken (53%) seltener zur Verfügung stehen. Häufigste Indikationen in Kliniken sind neurogene Blasenfunktionsstörungen (24%), überaktive Harnblasen (21%) und Belastungsinkontinenz bei Frauen (19%). Praxen zeigen ähnliche Schwerpunkte: neurogene Blasenfunktionsstörungen (30%) und überaktive Harnblasen (26%). Universitätskliniken und spezialisierte Zentren führen signifikant häufiger UDS bei komplexen Krankheiten durch, während die Versorgung der weiblichen Belastungsinkontinenz häufiger in nichtuniversitären Kliniken erfolgt. Schlussfolgerung: Trotz sinkender Fallzahlen bleiben UDS zentral für die Diagnostik. Die Indikationsverteilung variiert je nach Kliniktyp. Diese Ergebnisse liefern Einblicke in die Praxisanwendung von UDS in Deutschland und unterstreichen ihre Rolle in der urologischen Diagnostik.
Item Description:Online veröffentlicht: 14. April 2025
Gesehen am 01.10.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:27317072
DOI:10.1007/s00120-025-02579-5