Stellenwert der Rückenmarkstimulation bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie = Significance of spinal cord stimulation in painful diabetic polyneuropathy

Die Prävalenz der diabetischen sensomotorischen Polyneuropathie (DSPN) liegt bei ca. 30% der Patienten mit Diabetes, während bis zur Hälfte von denen mit DSPN neuropathische Schmerzen entwickeln. Die schmerzhafte DSPN geht mit erhöhtem Mortalitätsrisiko und eingeschränkter Lebensqualität einh...

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Main Authors: Ziegler, Dan (Author) , Luecke, Thorsten (Author) , Ahmadi, Rezvan (Author) , Maciaczyk, Jaroslaw (Author) , Siegel, Erhard (Author) , Sommer, Claudia (Author) , Rasche, Dirk (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 07. April 2025
In: Diabetologie und Stoffwechsel
Year: 2025, Volume: 20, Issue: 02, Pages: 135-151
ISSN:1861-9010
DOI:10.1055/a-2542-0518
Online Access:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2542-0518
Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-2542-0518
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Author Notes:Dan Ziegler, Thorsten Luecke, Rezvan Ahmadi, Jaroslaw Maciaczyk, Erhard Siegel, Claudia Sommer, Dirk Rasche
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Summary:Die Prävalenz der diabetischen sensomotorischen Polyneuropathie (DSPN) liegt bei ca. 30% der Patienten mit Diabetes, während bis zur Hälfte von denen mit DSPN neuropathische Schmerzen entwickeln. Die schmerzhafte DSPN geht mit erhöhtem Mortalitätsrisiko und eingeschränkter Lebensqualität einher. Die analgetische Pharmakotherapie einschließlich Kombinationen kann in ihrer Wirksamkeit begrenzt sein und mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen einhergehen. Eine multidisziplinäre Gruppe von sieben Experten entwickelte in mehreren Diskussionsrunden Consensus-Empfehlungen zum Stellenwert der Rückenmarkstimulation bei therapierefraktärer schmerzhafter DSPN basierend auf systematischen Reviews, aktuellen Leitlinien sowie randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) und Kohortenstudien. Chronisch neuropathischer Schmerz wird als therapierefraktär angesehen, wenn trotz leitliniengerechter analgetischer Kombinationstherapie keine ausreichende Schmerzlinderung erreicht wird. Mehrere RCTs mit einer Behandlungsdauer bis zu 2 Jahren sowie Meta-Analysen konnten übereinstimmend zeigen, dass die zusätzliche epidurale Rückenmarkstimulation (spinal cord stimulation: SCS) im Vergleich zur konventionellen analgetischen Pharmakotherapie bei Teilnehmern mit therapierefraktärer schmerzhafter DSPN zu einem klinisch relevanten, langfristig anhaltendem Schmerzrückgang führt. Dieser geht einher mit einer Verbesserung der Schlaf- und Lebensqualität sowie Funktionalität bei günstigem Sicherheitsprofil und geringen Abbruchraten der SCS. Nach spätestens 9 Monaten einer refraktären multimodalen analgetischen Therapie bei schmerzhafter DSPN soll daher eine Vorstellung der Patienten in einem spezialisierten Zentrum zwecks Indikationsprüfung bzw. -stellung zum Einsatz der SCS erfolgen. Die SCS wird bei hohem Evidenzgrad und Expertenkonsens als integraler Bestandteil der Behandlung der therapierefraktären schmerzhaften DSPN empfohlen.
Item Description:Gesehen am 09.10.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1861-9010
DOI:10.1055/a-2542-0518