Lebensqualität nach Proktocolektomie wegen Colitis ulcerosa

Die restaurative Proktocolektomie gilt heute als Standardverfahren in der chirurgischen Therapie der Colitis ulcerosa. Alternative Verfahren (terminale- oder Kock-Ileostomie) sind auf Sonderindikationen beschränkt. Der entscheidende Vorteil der ileoanalen Pouchoperation liegt im Funktionserhalt. Di...

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Main Authors: Heuschen, Udo (Author) , Heuschen, Gundi (Author) , Herfarth, Christian (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: October 1998
In: Der Chirurg
Year: 1998, Volume: 69, Issue: 10, Pages: 1045-1051
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/PL00002558
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/PL00002558
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Author Notes:U.A. Heuschen, G. Heuschen, C. Herfarth
Description
Summary:Die restaurative Proktocolektomie gilt heute als Standardverfahren in der chirurgischen Therapie der Colitis ulcerosa. Alternative Verfahren (terminale- oder Kock-Ileostomie) sind auf Sonderindikationen beschränkt. Der entscheidende Vorteil der ileoanalen Pouchoperation liegt im Funktionserhalt. Dieser kann jedoch nicht einfach mit Lebensqualität gleichgesetzt werden. Lebensqualität ist ein multidimensionaler Begriff, der schwierig zu definieren und zu messen ist. Lebensqualität kann nur mit geeigneten standardisierten und validierten Lebensqualitäts-Meßinstrumenten erfaßt werden. Patienten mit Colitis ulcerosa haben, abhängig von ihrer Krankheitsintensität, eine deutlich eingeschränkte präoperative Lebensqualität. Der heilende Eingriff ist die Proktocolektomie. Dies schlägt sich in der Verbesserung der Lebensqualität nieder. Bezüglich der erreichbaren Lebensqualität ist es von untergeordneter Bedeutung, ob die Patienten mit einer terminalen Ileostomie oder einem kontinenzerhaltenden ileoanalen Pouch versorgt werden. Der Vorteil der restaurativen Proktocolektomie liegt in der Verbesserung von - speziell für junge Patienten - wichtigen Teilbereichen, wie z. B. der Sexualität und der körperlichen Aktivität. Dies beeinflußt auch bei Messung mit geeigneten Instrumenten nicht die Gesamtlebensqualität. Patienten sollten präoperativ darüber aufgeklärt werden, daß der Funktionserhalt durch die ileoanale Pouchoperation gegenüber der terminalen Ileostomie mit einer deutlich erhöhten postoperativen Morbidität einhergeht. Treten postoperative, langfristig nicht beherrschbare Komplikationen auf, so resultiert eine wesentlich eingeschränkte Lebensqualität. Unter Umständen kann dann die Pouchexstirpation mit terminaler Ileostomie die sinnvollere Alternative sein. Andererseits kann der Patient mit einem gut funktionierenden, nicht komplikationsbehafteten ileoanalen Pouch evtl. in allen Teilbereichen Lebensqualitätswerte fast vergleichbar einer gesunden Kontrollgruppe erreichen. Diese Risiko-Nutzen-Relation muß dem Patienten präoperativ bewußt gemacht und von ihm mitgetragen werden.
Item Description:Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache
Gesehen am 23.10.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/PL00002558