Die maligne Entartung im Verlauf der Colitis ulcerosa und ihre chirurgischen Implikationen

Die Coltis ulcerosa (CU) ist eine Krebsrisikoerkrankung. Bekannte Risikofaktoren sind die Erkrankungsdauer, der ausgedehnte Colonbefall, eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC) und fraglich der frühe Beginn im Kindesalter. Epitheldysplasien gelten im Sinne einer Entzündungs-Dysplasie-Carcino...

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Main Authors: Herfarth, Christian (Author) , Heuschen, Gundi (Author) , Heuschen, Udo (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: October 1998
In: Der Chirurg
Year: 1998, Volume: 69, Issue: 10, Pages: 1020-1027
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050003
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s001040050003
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Author Notes:C. Herfarth, G. Heuschen und U.A. Heuschen
Description
Summary:Die Coltis ulcerosa (CU) ist eine Krebsrisikoerkrankung. Bekannte Risikofaktoren sind die Erkrankungsdauer, der ausgedehnte Colonbefall, eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC) und fraglich der frühe Beginn im Kindesalter. Epitheldysplasien gelten im Sinne einer Entzündungs-Dysplasie-Carcinom-Sequenz als Vorläuferläsionen des Carcinoms, entstehen meist multifocal und sind coloskopisch oft nur schwer identifizierbar. Ebenso ist die histomorphologische Dysplasiediagnostik nicht ohne Schwierigkeiten. Überwachungsprogramme nutzen die Möglichkeit der Dysplasiediagnose mittels Coloskopie und Stufenbiopsien bei CU-Patienten mit Risikofaktoren. Die Effizienz dieser Programme kann unter Berücksichtigung verschiedener Richtlinien deutlich gesteigert werden. Ziel muß es sein, Colitis-Patienten mit Risikofaktoren vor Entwicklung eines manifesten Carcinoms prophylaktisch zu proktocolektomieren. Manifeste Carcinome können bis auf wenige Ausnahmen erfolgreich durch eine restaurative Proktocolektomie therapiert werden. Okkulte Carcinome und synchrone Mehrfachcarcinome sind relativ häufig, weswegen Colonteilresektionen unbedingt vermieden werden sollten. Es gibt erste Hinweise, daß auch für die Ileummucosa ein malignes Entartungsrisiko besteht. Die Risikogruppe stellen nach ileoanalem Pouch die Patienten mit chronischer Pouchitis dar. Wie hoch dieses Entartungsrisiko im ileoanalen Pouch letztendlich ist, kann zum heutigen Zeitpunkt aufgrund zu kurzer Nachbeobachtungszeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Dennoch muß empfohlen werden, daß alle Patienten nach ileoanaler Pouchoperation wegen einer CU lebenslang pouchoskopisch-bioptisch nachgesorgt werden.
Item Description:Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache
Gesehen am 23.10.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1433-0385
DOI:10.1007/s001040050003