„Eye movement desensitization and reprocessing“ (EMDR) in der Schmerztherapie: Potenziale, Mechanismen und klinische Anwendungen bei chronischen Schmerzen mit traumatischem Hintergrund

Hintergrund: „Eye movement desensitization and reprocessing“ (EMDR) ist eine evidenzbasierte Therapie für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), die zunehmend auch in der Schmerztherapie Anwendung findet. Besonders bei Patient*innen mit traumatischen Vorerfahrungen zeigt sich, dass EMDR eine...

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Main Authors: Vock, Stephanie (Author) , Tesarz, Jonas (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 30 June 2025
In: Der Schmerz
Year: 2025, Volume: 39, Issue: 4, Pages: 278-286
ISSN:1432-2129
DOI:10.1007/s00482-025-00890-w
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00482-025-00890-w
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Author Notes:Stephanie Vock, Jonas Tesarz
Description
Summary:Hintergrund: „Eye movement desensitization and reprocessing“ (EMDR) ist eine evidenzbasierte Therapie für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), die zunehmend auch in der Schmerztherapie Anwendung findet. Besonders bei Patient*innen mit traumatischen Vorerfahrungen zeigt sich, dass EMDR einen vielversprechenden therapeutischen Zugang bieten kann. Ziel: Der Beitrag zielt darauf ab, die Verbindung zwischen chronischen Schmerzen und traumatischen Erfahrungen zu beleuchten sowie die zugrunde liegenden Mechanismen, Chancen und Grenzen von EMDR in diesem spezifischen Kontext darzustellen. Material: Basierend auf einer selektiven Literaturrecherche werden zentrale Konzepte der EMDR-Therapie – wie der duale Aufmerksamkeitsfokus und die bilaterale Stimulation – sowie relevante Studien zur Schmerzreduktion zusammengefasst. Ergebnisse: Studien zeigen, dass EMDR nicht nur psychische Belastungen reduziert, die zur Chronifizierung von Schmerzen beitragen, sondern auch die Schmerzintensität selbst verringern kann. Als mögliche Wirkmechanismen werden unter anderem die Beanspruchung des Arbeitsgedächtnisses sowie die Modulation neuronaler Netzwerke diskutiert. Schlussfolgerung: Die Integration von EMDR in multimodale Schmerztherapieprogramme bietet eine vielversprechende Perspektive zur Verbesserung der Lebensqualität bei Patient*innen mit komplexen Schmerzstörungen. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse, dass weitere Forschung notwendig ist, um die langfristige Wirksamkeit von EMDR validieren und den Einsatz in klinische Leitlinien integrieren zu können. Der zugrunde liegende Wirkmechanismus von EMDR ist nach wie vor nicht abschließend geklärt und stellt ein zentrales Ziel zukünftiger Forschung dar.
Item Description:Online publiziert: 30. Juni 2025
Gesehen am 31.10.2025
Physical Description:Online Resource
ISSN:1432-2129
DOI:10.1007/s00482-025-00890-w