Der Einfluss indizierter Stressprävention im Jugendalter
Stress betrifft circa jeden zweiten Jugendlichen in Deutschland und kann sich negativ auf gesunde Entwicklungsverläufe bis ins Erwachsenenalter hinein auswirken. Diese Folgen betreffen unter anderem Veränderungen hinsichtlich der Gehirnentwicklung, erhöhte Risiken für die Entwicklung psychischer...
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| Main Author: | |
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| Format: | Book/Monograph Thesis |
| Language: | German |
| Published: |
Heidelberg
Universitätsbibliothek Heidelberg
15. Oktober 2025
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| DOI: | 10.11588/heidok.00037418 |
| Subjects: | |
| Online Access: | Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-374188 Resolving-System, kostenfrei: https://doi.org/10.11588/heidok.00037418 Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/37418 Resolving-System, kostenfrei: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:16-heidok-374188 Langzeitarchivierung Nationalbibliothek, kostenfrei: https://d-nb.info/1379087228/34 |
| Author Notes: | vorgelegt von M.Sc. Franziska Binder (geb. Kellenbenz) ; Betreuer/in: Prof. Dr. Michael Kaess [und eine weitere Gutachterin] |
| Summary: | Stress betrifft circa jeden zweiten Jugendlichen in Deutschland und kann sich negativ auf gesunde Entwicklungsverläufe bis ins Erwachsenenalter hinein auswirken. Diese Folgen betreffen unter anderem Veränderungen hinsichtlich der Gehirnentwicklung, erhöhte Risiken für die Entwicklung psychischer und körperlicher Erkrankungen, schlechtere schulische Leistungen sowie die Verfestigung dysfunktionaler Stressverarbeitungsmuster. Diese Konsequenzen verdeutlichen die Notwendigkeit geeigneter Maßnahmen zur Prävention von Stress. Verglichen mit dem Erwachsenenbereich gibt es diesbezüglich noch wenig Forschung zu Jugendlichen, insbesondere nicht im Bereich indizierter Prävention. Diese richtet sich an Individuen, die von erhöhtem Stress betroffen sind und somit ein gesteigertes Risiko für die Entwicklung von Folgeerkrankungen aufweisen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, das Wissen über Stress sowie über geeignete Präventionsansätze bei Jugendlichen zu erweitern und darüber hinaus ein neues Stresspräventionsmanual zu entwickeln und wissenschaftlich zu evaluieren. Bei Artikel 1 handelt es sich um eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zu dem Einsatz der „Akzeptanz- und Commitment Therapie“ (ACT) zur Prävention und Behandlung von Stress im Kindes- und Jugendalter. Die ACT ist ein moderner, störungsübergreifender Ansatz aus dem Bereich der Verhaltenstherapie. Im Mittelpunkt steht das Erreichen psychischer Flexibilität durch die Akzeptanz von als aversiv erlebten Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen bei gleichzeitiger Ausrichtung auf individuell gewählte Werte. ACT führte in der untersuchten Altersgruppe zu einer signifikanten Reduktion des Stresserlebens mit einer kleinen Effektstärke. Die gegenwärtige Forschungslage ist jedoch hinsichtlich der Anzahl einschlägiger Studien sowie deren methodischer Qualität noch ungenügend, sodass es zukünftig weiterer Forschung bedarf, um diesen Befund zu untermauern. Das in Artikel 2 vorgestellte Stresspräventionsmanual setzt an diesem Ergebnis an. Das Konzept „Indizierte Stressprävention bei Jugendlichen im Gruppensetting - Manual für einen Akzeptanz- und Commitment- Therapie-basierten Ansatz“ wird detailliert beschrieben und therapeutische Erfahrungen in der Umsetzung des Konzepts reflektiert. Neben Interventionen aus dem Bereich der ACT beinhaltet es Elemente aus der kognitiven Verhaltenstherapie sowie kunsttherapeutische Bausteine. Bei Artikel 3 handelt es sich um eine randomisiert-kontrollierte Studie mit einem Wartelistenkontrollgruppen-Design. Untersucht wurde die Wirksamkeit der oben beschriebenen Gruppenintervention, die sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren mit einem erhöhten Stresslevel richtet. Die multimodale Datenerhebung umfasste Fragebögen, Ecological Momentary Assessment (EMA) sowie die Biomarker Herzratenvariabilität und Haarcortisol. Primäres Zielkriterium war der wahrgenommene Stress zum Post-Interventions-Messzeitpunkt, an dem die Interventionsgruppe (ACT), nicht aber die Wartelistenkontrollgruppe (WLC) das Training bereits absolviert hatte. Die Auswertung bestätigte die Wirksamkeit des Trainings zur Reduktion von wahrgenommenem Stress mit einer mittleren bis großen Effektstärke. Darüber hinaus zeigte sich das Training als geeignet zur Reduktion von Schulburnout sowie von körperlichen stressassoziierten Beschwerden. Der Beitrag der vorliegenden Arbeit besteht neben einer Übersicht zu dem noch wenig beforschten Bereich der Stressprävention bei Jugendlichen auf Basis von ACT insbesondere in Vorstellung von Daten aus der – nach Kenntnisstand der Autorin- ersten randomisiert-kontrollierten Studie mit einer ausreichend großen Stichprobe zu indizierten Stressprävention bei Jugendlichen. Der hier vorgestellte Ansatz zeigte sich auf Basis hoher methodischer Standards als empirisch effektiv zur Reduktion von Stresserleben. Stress affects approximately one in two adolescents in Germany and can negatively impact healthy developmental trajectories well into adulthood. These consequences include alterations in brain development, an increased risk of developing mental and physical illnesses, poorer academic performance, and the entrenchment of dysfunctional stress-coping patterns. Such consequences highlight the need for appropriate stress prevention measures. Compared to the adult population, there is limited research on adolescents in this regard, particularly concerning indicated prevention. Indicated prevention targets individuals experiencing elevated stress levels who are therefore at increased risk of developing subsequent disorders. The aim of this work was to expand knowledge regarding stress and suitable prevention approaches for adolescents, and to develop and scientifically evaluate a new stress prevention manual. Article 1 presents a systematic review and meta-analysis on the use of Acceptance and Commitment Therapy (ACT) for the prevention and treatment of stress in childhood and adolescence. ACT is a modern, transdiagnostic approach within the field of behavioral therapy. It focuses on achieving psychological flexibility by accepting thoughts, feelings, and bodily sensations perceived as aversive, while simultaneously aligning actions with personally chosen values. In the age group studied, ACT led to a significant reduction in perceived stress, albeit with a small effect size. However, the current state of research—regarding both the number of relevant studies and their methodological quality—remains insufficient, indicating a need for further research to substantiate this finding. The stress prevention manual presented in Article 2 builds upon this result. The concept—"Indicated Stress Prevention for Adolescents in a Group Setting: A Manual for an Acceptance and Commitment Therapy-Based Approach"—is described in detail, and therapeutic experiences regarding the implementation of the concept are reflected upon. In addition to interventions based on Acceptance and Commitment Therapy (ACT), it incorporates elements of cognitive behavioral therapy and art therapy components. Article 3 reports on a randomized controlled trial utilizing a waitlist control group design. The study investigated the efficacy of the aforementioned group intervention, which targets adolescents aged 13 to 18 experiencing elevated stress levels. Multimodal data collection included questionnaires, Ecological Momentary Assessment (EMA), and biomarkers—specifically heart rate variability and hair cortisol. The primary outcome measure was perceived stress assessed post-intervention, at which point the intervention group (ACT) had completed the training, whereas the waitlist control group (WLC) had not. The analysis confirmed the training's efficacy in reducing perceived stress, demonstrating a medium-to-large effect size. Furthermore, the training proved effective in reducing school burnout and physical stress-related complaints. Beyond providing an overview of the relatively under-researched field of ACT-based stress prevention for adolescents, this study contributes—to the author's knowledge—the first randomized controlled trial with a sufficiently large sample size regarding indicated stress prevention in this demographic. Adhering to high methodological standards, the approach presented here demonstrated empirical effectiveness in reducing the experience of stress. [Mit KI übersetzt] |
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| Physical Description: | Online Resource |
| DOI: | 10.11588/heidok.00037418 |