Ersteinschätzung der Dringlichkeit von Rettungseinsätzen - Erkenntnisse nach einer Pilotstudie

Hintergrund: Das Rettungsdienstfachpersonal (RDFP) sowie Mitarbeiter von Rettungsleitstellen (RLS) und akutversorgenden Krankenhäusern fühlen sich von Rettungseinsätzen (RE) belastet, die als nicht dringlich eingestuft werden. Eine systematische Auswertung der Indikation von RE direkt am Einsatzo...

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Main Authors: Leutgeb, Rüdiger (Author) , Nau, Lara Maria (Author) , Altiner, Attila (Author) , Laux, Gunter (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 19 August 2025
In: Notfall & Rettungsmedizin
Year: 2025, Pages: 1-7
ISSN:1436-0578
DOI:10.1007/s10049-025-01613-5
Online Access:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1007/s10049-025-01613-5
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Author Notes:Rüdiger Leutgeb, Lara Maria Nau, Attila Altiner, Gunter Laux
Description
Summary:Hintergrund: Das Rettungsdienstfachpersonal (RDFP) sowie Mitarbeiter von Rettungsleitstellen (RLS) und akutversorgenden Krankenhäusern fühlen sich von Rettungseinsätzen (RE) belastet, die als nicht dringlich eingestuft werden. Eine systematische Auswertung der Indikation von RE direkt am Einsatzort ist aber in Deutschland bislang nicht erfolgt. Ziel dieser Pilotstudie war die Erfassung aller RE in einem definierten Zeitraum, mit Fokus auf Einsätze, die vom RDFP vor Ort als nicht dringlich bewertet wurden, sowie auf Hinweise zu alternativen Versorgungspfaden. Im Vordergrund stand zunächst die Frage nach der Durchführbarkeit. Methoden: Die explorative, multizentrische Pilotstudie lief vom 18. September bis 31. Dezember 2023. Ein eigens entwickelter Online-Fragebogen wurde vom RDFP nach jedem RE ausgefüllt, um Dringlichkeitseinschätzungen und alternative Versorgungswege zu erfassen. Es wurden deskriptive und logistische Regressionsanalysen durchgeführt, um Zusammenhänge zwischen Alter, Geschlecht, Einsatzregion und Erkrankungsart zu untersuchen. Ergebnisse: 634 vollständige Datensätze, rund 3% aller Einsätze, wurden ausgewertet. Die 10 häufigsten Einsatzcodes – v.a. Stürze, kardio- und respiratorische Erkrankungen – machten 35% aller Einsätze aus. Fast 64% der RE wurden als medizinisch nicht indiziert eingestuft. Die Erfassung erwies sich als grundsätzlich machbar, bedarf jedoch besserer Integration in den Arbeitsalltag. Schlussfolgerung: Die Dringlichkeitseinschätzung und Dokumentation durch RDFP mithilfe eines Online-Fragebogens ist prinzipiell umsetzbar, wurde jedoch durch Zeitdruck, fehlende Integration und uneinheitliche Bewertung erschwert. Größere Studien mit konsequenter Erfassung telefonischer und präklinischer Beurteilung sind nötig, um niedrig priorisierte RE genauer zu bewerten und mögliche Bias zu minimieren.
Item Description:Online veröffentlicht: 19. August 2025
Gesehen am 08.01.2026
Physical Description:Online Resource
ISSN:1436-0578
DOI:10.1007/s10049-025-01613-5