Formale Qualität von elektronischen Entlassrezepten und theoretische Belieferung durch öffentliche Apotheken = Formal quality of electronic discharge prescriptions and estimated supply by community pharmacies
Zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Arzneimittelversorgung nach Krankenhausentlassung dürfen Krankenhäuser seit 2017 Entlassrezepte ausstellen, wobei seit 2025 eine elektronische Form vorgeschrieben ist. Bekannt ist, dass 44% der Entlassrezepte nicht taggleich eingelöst werden. Gründe für...
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| Main Authors: | , , , , |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | German |
| Published: |
08. August 2025
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| In: |
Das Gesundheitswesen
Year: 2025, Pages: ? |
| ISSN: | 1439-4421 |
| DOI: | 10.1055/a-2643-5891 |
| Online Access: | Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2643-5891 Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-2643-5891 |
| Author Notes: | Sophia Klasing, Janina A. Bittmann, Christine K. Faller, Michael Metzner, Hanna M. Seidling |
| Summary: | Zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Arzneimittelversorgung nach Krankenhausentlassung dürfen Krankenhäuser seit 2017 Entlassrezepte ausstellen, wobei seit 2025 eine elektronische Form vorgeschrieben ist. Bekannt ist, dass 44% der Entlassrezepte nicht taggleich eingelöst werden. Gründe für diese Verzögerungen sind bisher noch ungeklärt und könnten u. a. durch ein verspätetes Aufsuchen der Apotheke durch die Patienten aber auch durch Schwierigkeiten in der Rezeptbearbeitung oder Belieferung bedingt sein. Im Folgenden wurde daher die formale Qualität einer Stichprobe an eEntlassrezepten explorativ untersucht und erfasst, wie diese eRezepte in öffentlichen Apotheken hätten beliefert werden können. Eine prospektive Stichprobe an eEntlassrezepten des Universitätsklinikums Heidelberg wurde deskriptiv hinsichtlich der formalen Qualität in Bezug auf die Gültigkeit (Arzneimittelverschreibungsverordnung) und Abrechnungsfähigkeit zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen analysiert. In einer experimentellen Analyse von mindestens 100 eEntlassrezepten in 6 öffentlichen Apotheken wurde erhoben, ob das Arzneimittel (a) bei Erstkontakt direkt verfügbar, (b) mit der nächsten Belieferung durch den Hauptgroßhandel, (c) über den Filialverbund oder mit der Lieferung eines anderen Großhandels oder (d) nicht kurzfristig beschaffbar gewesen wäre. Es wurden 484 eEntlassrezepte von 117 Patientenfällen eingeschlossen (15.10.-29.11.2024), wobei 479 eEntlassrezepte eine Pharmazentralnummer enthielten und somit hinsichtlich Fertigarzneimittelbezeichnung, Darreichungsform, Wirkstärke und Packungsgröße, sowie die Dosierung gültig waren. Auch die Facharztbezeichnung war auf diesen ausgeschrieben und in 79,3% war die kleinste definierte Packungsgröße oder kleiner verordnet, so dass eine Abrechnungsfähigkeit gegeben war. Die potentielle Belieferbarkeit wurde durchschnittlich für 335 [121-380] eRezepte erhoben, wobei 43,5% - 60,3% direkt bei Erstkontakt und 37,9% - 53,6% nach der nächsten Lieferung des Hauptgroßhandels (durchschnittlich 4,3 Belieferungen pro Tag) hätten beliefert werden können. Die theoretische Belieferbarkeit unterschied sich nicht signifikant zwischen den Apotheken. Während für papiergebundene Entlassrezepte häufig formale Fehler berichtet werden, sind bei den untersuchten eRezepten keine Mängel aufgefallen, die eine Arzneimittelversorgung verhindert hätten. Ein verordnetes Arzneimittel wäre in nahezu allen Fallen spätestens bis zur nächsten Großhandelslieferung verfügbar gewesen. |
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| Item Description: | Artikel online veröffentlicht: 08. August 2025 Gesehen am 09.01.2026 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 1439-4421 |
| DOI: | 10.1055/a-2643-5891 |