Thoraxchirurgisches Management der einseitigen symptomatischen Zwerchfellparese: Konsensusstatement einer Expertengruppe basierend auf dem modifizierten Delphi-Verfahren
Die operative Zwerchfellraffung bei einseitiger Zwerchfellparese wird in vielen Kliniken in geringer Fallzahl durchgeführt. Zu diesem Thema gibt es bisher keine randomisierte Studie und keine Leitlinie. Ziel der vorliegenden Konsensusfindung war es, einheitliche Mindestanforderungen an die Diagnost...
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| Main Authors: | , , , , , |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | German |
| Published: |
26. November 2025
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| In: |
Zentralblatt für Chirurgie
Year: 2025, Pages: ? |
| ISSN: | 1438-9592 |
| DOI: | 10.1055/a-2738-2839 |
| Online Access: | Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2738-2839 Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-2738-2839 |
| Author Notes: | Stefan Welter, Morris Beshay, Severin Schmid, Laura Klotz, Florian Eichhorn, Aris Koryllos |
| Summary: | Die operative Zwerchfellraffung bei einseitiger Zwerchfellparese wird in vielen Kliniken in geringer Fallzahl durchgeführt. Zu diesem Thema gibt es bisher keine randomisierte Studie und keine Leitlinie. Ziel der vorliegenden Konsensusfindung war es, einheitliche Mindestanforderungen an die Diagnostik, operative Therapie und das postoperative Management bei einseitiger Zwerchfellparese zu erarbeiten und damit die Versorgungsqualität dieser seltenen Erkrankung zu verbessern. In einem strukturierten, modifizierten Delphi-Prozess wurden Experten der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) zum operativen Management der einseitigen symptomatischen Zwerchfellparese befragt und Empfehlungen mit einer Zustimmung von ≥ 80% extrahiert. Es wurden gezielt alle Leitungen von thoraxchirurgischen Abteilungen einbezogen, deren Klinik als Lungenkrebszentrum oder als Kompetenzzentrum zertifiziert waren. Nach 2 Onlinefragerunden und einem Arbeitstreffen der Experten konnten 14 Empfehlungen zum operativen Management der einseitigen symptomatischen Zwerchfellparese abgestimmt werden: Für die Diagnostik soll eine Computertomografie (KM-CT) von Hals und Thorax und bei Hinweisen auf eine obstruktive Schlafapnoe eine Schlaflabordiagnostik durchgeführt werden. Die Indikationsstellung zur operativen Zwerchfellraffung basiert auf der Kombination von Zwerchfellhochstand, spezifischen Beschwerden und dem Vorliegen funktioneller Einschränkungen. Die Anwendung des Diaphragm Paralysis Questionnaire (DPQ) wird empfohlen. Bei Hinweisen auf einen zervikalen Bandscheibenvorfall soll zunächst der Erfolg einer lokalen Behandlung abgewartet werden. Bei unklarer Zwerchfellparese ist von Symptombeginn bis zur Operation eine Wartezeit von mindestens 6 Monaten einzuhalten. Die Operation soll minimalinvasiv ohne Zwerchfellresektion durchgeführt und Verwachsungen sollen angemessen gelöst werden. Nahtlager-Patches sollen mit den Raffungsnähten verwendet und ein Kunstnetz nach Einschätzung des Operateurs eingesetzt werden. Eine Drainage ist ausreichend. Postoperativ soll die Mobilisation und Belastung spezifisch angepasst werden, aber im Krankenhaus wie nach Lungenresektion frühzeitig erfolgen. Es wird eine symptomorientierte Nachsorgeuntersuchung nach 6-12 Monaten empfohlen. Es konnten 14 Mindeststandards für das operative Management der einseitigen Zwerchfellparese konsentiert werden. Diese werden den Mitgliedern der DGT empfohlen. |
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| Item Description: | Artikel online veröffentlicht: 26. November 2025 Gesehen am 26.01.2026 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 1438-9592 |
| DOI: | 10.1055/a-2738-2839 |