Anforderungen und Herausforderungen junger akademischer Chirurg*innen in der chirurgischen Onkologie = Expectations and challenges for early-career academic surgeons in surgical oncology

Die akademisch-chirurgische Karriereentwicklung in Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen. Junge Chirurg*innen sehen sich neben einer hohen klinischen Arbeitsbelastung auch mit einem Mangel an Fördermöglichkeiten und klaren Karrierepfaden konfrontiert. Gleichzeitig besteht ein ausge...

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Main Authors: Gomes dos Santos Ferreira Rebelo, Artur Luis (Author) , Brandl, Andreas (Author) , Huber, Tobias (Author) , Honselmann, Kim C. (Author) , Klotz, Rosa (Author) , Kleeff, Jörg H. (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 17.10.2025
In: Zentralblatt für Chirurgie
Year: 2025, Pages: 1-7
ISSN:1438-9592
DOI:10.1055/a-2739-3979
Online Access:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2739-3979
Verlag, kostenfrei, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-2739-3979
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Author Notes:Artur Rebelo, Andreas Brandl, Tobias Huber, Kim C. Honselmann, Rosa Klotz, Jörg Kleeff
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Summary:Die akademisch-chirurgische Karriereentwicklung in Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen. Junge Chirurg*innen sehen sich neben einer hohen klinischen Arbeitsbelastung auch mit einem Mangel an Fördermöglichkeiten und klaren Karrierepfaden konfrontiert. Gleichzeitig besteht ein ausgeprägtes Interesse an wissenschaftlicher Tätigkeit sowie an spezialisierten Ausbildungswegen wie Fellowships. Ziel dieser Arbeit war es, den aktuellen Stand der Weiterbildungsmöglichkeiten, die Interessen und die Bedürfnisse von Early-Career-Chirurg*innen im Bereich der chirurgischen Onkologie zu erheben, um gezielte Maßnahmen zur Förderung der wissenschaftlichen und klinischen Laufbahnentwicklung ableiten zu können. Ein Onlinefragebogen zu Karriereplanung, Forschungsinteressen, struktureller Unterstützung und Ausbildungserfordernissen wurde erstellt. Die Befragung richtete sich an chirurgisch tätige Ärzt*innen in Deutschland und wurde über chirurgische Fachgesellschaften sowie Netzwerke junger Chirurg*innen verbreitet. Die Ergebnisse wurden quantitativ ausgewertet. Es nahmen 191 Personen teil, die überwiegend in Universitätskliniken (45,1%) oder Häusern der Maximalversorgung (28,0%) tätig waren. Die größten Herausforderungen wurden in der klinischen Arbeitsbelastung (82,4%) und im Zeitmangel für Forschung (66,0%) gesehen. 85,4% zeigten Interesse an spezialisierten Fellowships, insbesondere in kolorektaler, hepatobiliärer oder Pankreaschirurgie. Der Zugang zu Mentor*innen (90,9%) und geschützte Forschungszeit (77,6%) wurde als essenziell erachtet. Forschungsinteresse bestand primär im Bereich klinischer (81,5%) und chirurgisch-technischer Forschung (62,3%). Die Einrichtung themenspezifischer Subgruppen innerhalb einer zukünftigen Early-Career-Group (ECG) - klinischen Studien, Robotik oder Mentoring - wurde von der Mehrheit der Teilnehmenden als hilfreich bewertet. Die Ergebnisse unterstreichen ein klares Interesse an wissenschaftlicher Tätigkeit und der Notwendigkeit strukturierter Förderung unter jungen Chirurg*innen. Gleichzeitig wird deutlich, dass bestehende Rahmenbedingungen, insbesondere im klinischen Alltag, einer aktiven wissenschaftlichen Beteiligung oft entgegenstehen. Die Diskrepanz zwischen hohem Interesse und begrenzten strukturellen Möglichkeiten verdeutlicht den Bedarf an gezielten Maßnahmen in Ausbildung, Mentoring und Forschungsförderung. Trotz hoher Motivation fehlt es jungen Chirurg*innen in Deutschland häufig an Unterstützung für eine wissenschaftlich-akademische Laufbahn. Die Einführung klarer Förderstrukturen, spezialisierter Fellowships und geschützter Forschungszeit erscheint essenziell, um die Zukunft der chirurgischen Onkologie nachhaltig zu sichern.
Item Description:Gesehen am 04.03.2026
Physical Description:Online Resource
ISSN:1438-9592
DOI:10.1055/a-2739-3979