Neue gewebsadditive Verfahren zur Verbesserung der Sehkraft bei Keratokonus

Hintergrund: Der Keratokonus ist eine progressive Hornhauterkrankung, die zu einer erheblichen Sehbeeinträchtigung führen kann. Während konventionelle Therapien wie Brillenkorrektur, Kontaktlinsen oder Hornhauttransplantationen etabliert sind, gewinnen minimalinvasive gewebsadditive Verfahren zun...

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Main Authors: Hüfner, Laura (Author) , Augustin, Victor A. (Author) , Auffarth, Gerd U. (Author) , Friedrich, Maximilian (Author) , Son, Hyeck Soo (Author)
Format: Article (Journal)
Language:German
Published: 3. Januar 2026
In: Die Ophthalmologie
Year: 2026, Volume: 123, Issue: 2, Pages: 104-110
ISSN:2731-7218
DOI:10.1007/s00347-025-02370-z
Online Access:Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00347-025-02370-z
Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://link.springer.com/article/10.1007/s00347-025-02370-z
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Author Notes:Laura Hüfner, Victor A. Augustin, Gerd U. Auffarth, Maximilian Friedrich, Hyeck-Soo Son
Description
Summary:Hintergrund: Der Keratokonus ist eine progressive Hornhauterkrankung, die zu einer erheblichen Sehbeeinträchtigung führen kann. Während konventionelle Therapien wie Brillenkorrektur, Kontaktlinsen oder Hornhauttransplantationen etabliert sind, gewinnen minimalinvasive gewebsadditive Verfahren zunehmend an Bedeutung. Ziel ist die biomechanische Stabilisierung und Regularisierung der Hornhaut bei gleichzeitig geringer Invasivität. Fragestellung: Welche Rolle spielen neuartige gewebsadditive Verfahren wie stromale Lentikel-Additions-Keratoplastik (SLAK), Bowman-Membran-Transplantation und Xenotransplantation in der modernen Therapie des Keratokonus und wie effektiv sind sie hinsichtlich Sehverbesserung und Hornhautstabilisierung? Material und Methoden: Es handelt sich um eine Übersichtsarbeit mit Darstellung der physiologischen Grundlagen, technischer Durchführung und klinischer Ergebnisse verschiedener gewebsadditiver Verfahren. Einbezogen wurden Fallserien, klinische Studien und Metaanalysen zur Wirksamkeit und Sicherheit. Ergebnisse: Gewebsadditive Verfahren wie SLAK zeigten signifikante Verbesserungen der Sehschärfe und Hornhautkrümmung. Auch die zentrale Hornhautdicke nahm zu. Kombinationen mit kornealem Crosslinking (CXL) ermöglichen ein erweitertes Einsatzspektrum. Die Bowman-Membran-Transplantation zeigte ebenfalls strukturelle Verbesserungen bei fortgeschrittenem Keratokonus. Xenogene Transplantate aus Schweinestroma sind vielversprechend, erfordern aber weitere Evaluation. Diskussion: Gewebsadditive Techniken bieten individualisierbare, reversible Alternativen zu klassischen Transplantationen mit kürzerer Erholungszeit. Die Kombination mit CXL verbessert langfristig die Stabilität. Limitationen bestehen u. a. in der Gewebeverfügbarkeit und Standardisierung der Verfahren. Zukünftig könnten KI(künstliche Intelligenz)-gestützte Planung und bildgestützte Individualisierung der Behandlung die Präzision weiter erhöhen.
Item Description:Gesehen am 12.03.2026
Physical Description:Online Resource
ISSN:2731-7218
DOI:10.1007/s00347-025-02370-z