Neuro-History: neue interdisziplinäre Perspektiven am Beispiel mystischer Erfahrungsberichte

Zusammenfassung Dieser Beitrag schlägt unter dem programmatisch gewählten Titel „Neuro-History“ einen Brückenschlag zwischen naturwissenschaftlich betriebener neurologischer Forschung und der Geschichtswissenschaft vor. Ältere Ansätze - vor allem die Psychohistorie - verfolgten eine Verbindung...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
Hauptverfasser: Schmitz-Esser, Romedio (VerfasserIn) , Wolf, Robert Christian (VerfasserIn)
Dokumenttyp: Article (Journal)
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1. Dezember 2025
In: Historische Zeitschrift
Year: 2025, Jahrgang: 321, Heft: 3, Pages: 557-597
ISSN:2196-680X
DOI:10.1515/hzhz-2025-0031
Online-Zugang:Verlag, kostenfrei, Volltext: https://doi.org/10.1515/hzhz-2025-0031
Verlag, kostenfrei, Volltext: https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/hzhz-2025-0031/html?srsltid=AfmBOorPdv4pxZTYCRZmvv2m2bL7Ajcm6N59KKZVpQu8s_vJOs6EsZ_P
Volltext
Verfasserangaben:von Romedio Schmitz-Esser und Robert Christian Wolf
Beschreibung
Zusammenfassung:Zusammenfassung Dieser Beitrag schlägt unter dem programmatisch gewählten Titel „Neuro-History“ einen Brückenschlag zwischen naturwissenschaftlich betriebener neurologischer Forschung und der Geschichtswissenschaft vor. Ältere Ansätze - vor allem die Psychohistorie - verfolgten eine Verbindung von psychoanalytischen Überlegungen auf das historische Quellenmaterial, über dessen Nachprüfbarkeit aufgrund der Probleme der nur indirekten Kenntnis historischer Persönlichkeiten durch die Quellen gestritten werden kann. Der hier skizzierte Weg einer „Neuro-History“ eröffnet hingegen einen Dialog, bei dem beide Wissenschaften bei ihrem Kernbereich - der historischen Quellenkritik und der experimentellen Neurologie - bleiben, aber in der Abgleichung beider Perspektiven neue Einsichten gewinnen. Am Beispiel mystischer Erfahrungsberichte des Spätmittelalters, die mit den Erkenntnissen zu subklinischen psychotischen Erfahrungen kontrastiert werden, zeigt sich die Selektion und Einseitigkeit der erhaltenen Schriftquellen, aber auch die kulturelle Rahmung gegenwärtiger neurologischer Forschung. Die positive Wertung psychotischer Erlebnisse im spätmittelalterlichen Kloster steht im Kontrast zur modernen Pathologisierung und eröffnet so eine neue Sichtweise sowohl der spätmittelalterlichen Mystik als auch der aktuellen neurowissenschaftlichen Forschung. Der Artikel möchte damit zu einem weiteren, fruchtbaren Dialog über die Fachgrenzen hinweg anregen.
Beschreibung:Online erschienen: 2025-12-01
Online veröffentlicht: 1. Dezember 2025
Beschreibung:Online Resource
ISSN:2196-680X
DOI:10.1515/hzhz-2025-0031