Geschlechterinformierte Psychopharmakotherapie von Alkoholabhängigkeit: Status Quo und Perspektive = Sex-/gender-informed psychopharmacotherapy of alcohol use disorder : status quo and perspective
Trotz der etablierten Geschlechterunterschiede bei Alkoholabhängigkeit sind geschlechterangepasste Therapien im Praxisalltag äußerst selten verfügbar. Solche Strategien haben jedoch das Potenzial, die Wirksamkeit der Psychopharmakotherapie zu verbessern. Diese Übersichtsarbeit soll einen Überbl...
Salvato in:
| Autori principali: | , , , |
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| Natura: | Article (Journal) |
| Lingua: | tedesco |
| Pubblicazione: |
18. Februar 2026
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| In: |
Suchttherapie
Year: 2026, Volume: 27, Fascicolo: 1, Pages: 11-17 |
| ISSN: | 1439-989X |
| DOI: | 10.1055/a-2557-5797 |
| Accesso online: | Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1055/a-2557-5797 Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: http://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/a-2557-5797 |
| Note sull'autore: | Kira Noël, Inka Camilla Hiß, Sabine Hoffmann, Bernd Lenz |
| Riassunto: | Trotz der etablierten Geschlechterunterschiede bei Alkoholabhängigkeit sind geschlechterangepasste Therapien im Praxisalltag äußerst selten verfügbar. Solche Strategien haben jedoch das Potenzial, die Wirksamkeit der Psychopharmakotherapie zu verbessern. Diese Übersichtsarbeit soll einen Überblick zum aktuellen Wissensstand geben. Die Arbeit stützt sich auf eine erweiterte Literaturrecherche inklusive Backward- und Forward-Suche ausgehend von zwei publizierten unsystematischen Reviews (McKee et al. 2022, Kirsch et al. 2024). Neben der Wirksamkeit auf Konsumendpunkte wird das Nebenwirkungsprofil von Psychopharmaka zur Postakutbehandlung der Alkoholabhängigkeit in der Literatur analysiert. In dieser Arbeit werden die Psychopharmaka Naltrexon, Baclofen, Disulfiram und Acamprosat diskutiert. Zusammengefasst könnten Männer im Vergleich zu Frauen im Hinblick auf das Alkoholkonsumverhalten mehr von Naltrexon profitieren. Frauen hingegen könnten im Vergleich zu Männern besser auf Baclofen ansprechen, dessen Wirksamkeit sich in Studien jedoch als inkonsistent darstellt und das in Deutschland nicht zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit zugelassen ist. Im Vergleich zu Männern berichten Frauen sowohl bei Baclofen in hohen Dosen als auch bei Naltrexongabe von einer schlechteren Verträglichkeit und mehr Nebenwirkungen. Die Ergebnisse sind jedoch inkonsistent, was die Komplexität von Geschlechterunterschieden bei der Psychopharmakotherapie von Alkoholabhängigkeit unterstreicht. Zu Personen außerhalb der binären Geschlechterkategorien „Frau“ und „Mann“ sind keine Daten zur differentiellen Psychopharmakotherapie vorhanden. Patient:innen mit Alkoholabhängigkeit könnten zukünftig von einer geschlechterangepassten Therapie profitieren. Dabei spielt die Auswahl eines Wirkstoffes mit einem möglichst günstigen Nutzen-/Nebenwirkungsprofil für das jeweilige Geschlecht eine entscheidende Rolle. In der Literatur existieren deutliche Forschungslücken. Die meisten Studienpopulationen vernachlässigen Frauen; Geschlechterminoritäten sind nicht repräsentiert. Folglich können Geschlechterunterschiede nicht reliabel identifiziert werden. Zudem werden in der Literatur dimensionale Aspekte von Geschlecht - wie beispielsweise Effekte des Menstruationszyklus - selten berücksichtigt. |
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| Descrizione del documento: | Artikel online veröffentlicht: 18. Februar 2026 Gesehen am 18.03.2026 |
| Descrizione fisica: | Online Resource |
| ISSN: | 1439-989X |
| DOI: | 10.1055/a-2557-5797 |