Digitale Anwendungen in der Behandlung adoleszenter Patient:innen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung: Übersichten
Hintergrund: Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) manifestiert sich häufig bereits in der Adoleszenz und geht mit erheblicher Morbidität und Mortalität einher. Eine frühzeitige störungsspezifische Behandlung gilt als State of the Art, wird jedoch durch Transitionsbrüche und begrenzte...
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| Main Authors: | , , , |
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| Format: | Article (Journal) |
| Language: | German |
| Published: |
13 April 2026
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| In: |
Der Nervenarzt
Year: 2026, Pages: 1-6 |
| ISSN: | 1433-0407 |
| DOI: | 10.1007/s00115-026-01957-4 |
| Online Access: | Verlag, lizenzpflichtig, Volltext: https://doi.org/10.1007/s00115-026-01957-4 |
| Author Notes: | Juliane Rausch, Han-Tin Kao, Christian Schmahl, Michael Kaess |
| Summary: | Hintergrund: Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) manifestiert sich häufig bereits in der Adoleszenz und geht mit erheblicher Morbidität und Mortalität einher. Eine frühzeitige störungsspezifische Behandlung gilt als State of the Art, wird jedoch durch Transitionsbrüche und begrenzte Ressourcen erschwert. Gleichzeitig gewinnen digitale Anwendungen im Alltag junger Patient:innen an Bedeutung. Ziel: Darstellung zentraler Charakteristika der adoleszenten BPS und transitionspsychiatrischer Versorgungskonzepte sowie Überblick über digitale Anwendungen und deren Chancen und Herausforderungen für die Praxis. Methoden: Narrative Übersichtsarbeit auf Basis selektiver Literatur zu Prävalenz, Versorgung und digitalen Interventionen bei adoleszenter BPS, ergänzt durch zwei Praxisbeispiele: ein datensicherer Notfall-Chat für suizidale Jugendliche in Bern und ein digitales Routine Outcome Monitoring (ROM) im Adoleszentenzentrum für Emotionsregulation in Mannheim. Ergebnisse: Metaanalysen zeigen heterogene, überwiegend kleine Effekte digitaler Interventionen auf psychische Gesundheitsoutcomes bei Kindern und Jugendlichen; gesundheitsökonomische Daten sind begrenzt. Für BPS bestehen Hinweise auf Wirksamkeit bei einzelnen Symptomen (z. B. Suizidgedanken, Paranoia) und hohe Akzeptanz bei variabler Adhärenz. Telemedizin und ROM können Versorgungsbrüche reduzieren, Therapieprozesse transparenter gestalten und Krisenintervention unterstützen, sofern sie strukturiert implementiert werden. Diskussion: Digitale Anwendungen sind besonders vielversprechend im Rahmen von Blended-Care- und transitionsorientierten Konzepten. Sie sollten die therapeutische Beziehung ergänzen, nicht ersetzen, und erfordern sorgfältige Implementierung hinsichtlich Datenschutz, Finanzierung und technischer Stabilität. Stepped-Care-Modelle mit bedarfsgerechter Kombination aus digitalem und persönlichem Kontakt erscheinen sinnvoll. |
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| Item Description: | Gesehen am 28.04.2026 |
| Physical Description: | Online Resource |
| ISSN: | 1433-0407 |
| DOI: | 10.1007/s00115-026-01957-4 |